Brandherd

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Brandherd (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Brandherd die Brandherde
Genitiv des Brandherdes
des Brandherds
der Brandherde
Dativ dem Brandherd
dem Brandherde
den Brandherden
Akkusativ den Brandherd die Brandherde

Worttrennung:

Brand·herd, Plural: Brand·her·de

Aussprache:

IPA: [ˈbʀantˌheːɐ̯t]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Brandherd (Info)

Bedeutungen:

[1] Ort/Stelle, von dem/der ein Brand ausgeht (und sich weiterverbreitet)
[2] übertragen: Ort/Gebiet/Region, von dem/der eine politische, wirtschaftliche Krise, ein sozialer Konflikt und/oder gewalttätige, kriegerische Auseinandersetzungen ausgehen (und sich weiterverbreiten)

Herkunft:

Determinativkompositum aus den Substantiven Brand und Herd

Synonyme:

[1, 2] Feuerherd

Sinnverwandte Wörter:

[2] Explosionsherd, Gefahrenherd, Konfliktherd, Krisenherd, Spannungsherd, Unruheherd/Unruhherd
[2] Pulverfass

Beispiele:

[1] Der Brandherd lag im ersten Obergeschoss.
[1] „So ermöglicht die Analyse elektrischer und magnetischer Felder eine erheblich genauere und raschere Lokalisierung des Brandherdes als hergebrachte Methoden.“[1]
[1] „Mitunter springen die kleinen Löschtrupps mit dem Fallschirm in unwegsamem Gelände in der Nähe des Brandherds ab, um mit Hacke, Axt und Schaufel eine Brandschneise anzulegen.“[2]
[1] „Von ursprünglich 23 Brandherden könnten noch sechs als ‚aktiv‘ bezeichnet werden, sagte am Montag (Ortszeit) die Sprecherin der kalifornischen Notfallbehörde, Mary Ann Aldridge.“[3]
[1] „Wenige Meter unterhalb des Brandherdes, wo in der Nacht auf den 15. November haushohe Flammen während vieler Stunden in den nächtlichen Himmel gezüngelt haben, finden sich auch leicht entflammbare Gegenstände wie Servietten, Tischtücher oder Zündholzschachteln.“[4]
[1] „Allerdings scheidet der Sicherungskasten als Brandherd nach ersten Gutachten der polizeilichen Brandermittler offenbar aus.“[5]
[1] „Hinein in den Brandherd können wir wegen der detonierenden Munitionsreste nicht. Das wäre viel zu gefährlich.“[6]
[1] „Feuerwehrleute sagten, sie hätten nicht zum Brandherd vordringen können, weil in dem Gefängnis geschossen worden sei.“[7]
[2] „Der nächste Brandherd liegt in Makedonien, dessen Bewohner zu etwa einem Drittel Albaner sind.“[8]
[2] „Dass die jetzige Gewaltwelle dennoch beispiellos erscheint, hat vor allem mit dem erreichten Mass an Brutalität zu tun, aber auch mit der Ausweitung des Brandherdes von Tschetschenien auf den übrigen Kaukasus.“[9]
[2] „Durch die Tragödie von Beslan, im vorwiegend christlichen Nordossetien, ist ein neuer, religiös determinierter Brandherd entstanden, der auf das benachbarte multiethnische Dagestan überzugreifen droht.“[10]
[2] „«Mit viel Glück» könne es gelingen, den Terrorismus auf eine kontrollierbare Grössenordnung einzudämmen; gescheiterte Staaten könnten zwar nicht ohne weiteres wieder in die Normalität zurückgeführt werden, aber die Konflikte könnten isoliert werden, so dass lokale Brandherde nach einiger Zeit womöglich von selbst «ausbrennen».“[11]
[2] „Die Ministerin grenzte sich deutlich von Salomãos Definition von Brandherden (hot spots) ab und meinte, man solle die Bezeichnung nicht anwenden, sondern eher Hilfestellung anbieten.“[12]
[2] „Der Konflikt in der nördlichen Provinz Saada ist einer von zahlreichen Brandherden im Jemen.“[13]
[2] „Walvis Bay ist der ‚Brandherd‘ des Streiks und die lahm gelegte Eisenbahn berührt das gesamte Bahnnetz Namibias und verursacht große Verluste der Kunden und Geschäftspartner von TransNamib.“[14]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] den Brandherd bekämpfen, eindämmen, ermitteln, feststellen, löschen, suchen; zum Brandherd vordringen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 2. Band Bedi–Eink, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04753-4, DNB 96540790X, Seite 651.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 329.
[1] Duden online „Brandherd
[1] wissen.de – Wörterbuch „Brandherd
[1] Wikipedia-Artikel „Brandherd
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Brandherd
[1] The Free Dictionary „Brandherd
[*] canoo.net „Brandherd
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonBrandherd
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Brandherd

Quellen:

  1. Roland Knauer: Deutsche löschen Kohlebrände in China. Selbstentzündete Feuer unter der Erde müssen genau lokalisiert werden. In: Welt Online. 22. November 2001, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  2. Ivo Marusczyk: Waldbrände: Europa unter Feuer. In: Zeit Online. 17. August 2006, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  3. Kalifornien: Sechs Brandherde weiter aktiv. In: DiePresse.com. 30. Oktober 2007 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  4. -yr: Erstaunlich viel erhaltene Substanz in der Brandruine. Mehr als die Hälfte des Zunfthauses zur Zimmerleuten ist vom Feuer verschont geblieben. In: NZZOnline. 5. Dezember 2007, ISSN 0376-6829 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  5. Ludwigshafen: Ermittler vermuten Brandherd im Keller. In: Spiegel Online. 9. Februar 2008, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  6. Claus-Dieter Steyer: Berlin: Erdstreifen soll Dörfer vor Feuer schützen. Munition löste Brände bei Jüterbog aus. In: Der Tagesspiegel Online. 14. Juni 2010 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  7. Honduras: Hunderte tote bei Gefängnisbrand. In: Tageblatt Online. 15. Februar 2012 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  8. Ignacio Ramonet: Kosovo. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. Nummer 5759, 12. Februar 1999, ISSN 1434-2561 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  9. Eine neue Stufe des Terrors. In: NZZOnline. 5. September 2004, ISSN 0376-6829 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  10. Jean-Marie Chauvier: Westlich werden und östlich bleiben. NACH DEM MACHTWECHSEL IN DER UKRAINE. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. Nummer 7564, 14. Januar 2005 (übersetzt von Edgar Peinelt), ISSN 1434-2561, Seite 10–11 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  11. Thomas Speckmann: Ereignisse und Gestalten. Walter Laqueurs Lehren aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts. In: NZZOnline. 14. November 2009, ISSN 0376-6829 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  12. Eberhard Hofmann: SADC-Tribunal wird untersucht. Justizminister der Staatengemeinschaft bereiten Bericht an Gipfelkonferenz vor. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 10. August 2010, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  13. Jemen: Mindestens 21 Tote bei Kämpfen im Norden. Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten. In: Der Standard digital. 27. November 2011 (URL, abgerufen am 27. April 2012).
  14. Eberhard Hofmann: NATAU-Streik geht weiter. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 7. Februar 2012, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 27. April 2012).