Biltong

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Biltong (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n, m[Bearbeiten]

Singular 1 Singular 2 Plural
Nominativ das Biltong der Biltong
Genitiv des Biltongs des Biltongs
Dativ dem Biltong dem Biltong
Akkusativ das Biltong den Biltong
[1] Biltong in einem Supermarkt in Johannesburg, Südafrika; Aufnahme vom August 2006
[1] in Streifen geschnittenes Biltong vom Rind; Aufnahme vom 31. Oktober 2011

Anmerkung zum Genus:

Im Namibiadeutsch ist das Wort ein Neutrum,[1][2][3] im Nataler Deutsch ein Maskulinum.[4] Gemeindeutsch ist es zumeist ein Neutrum, seltener bisweilen auch ein Maskulinum (siehe Beispiele).

Nebenformen:

Namibia veraltet: Bulltong, Bülltong

Worttrennung:

Bil·tong, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈbɪltɔŋ]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] gemeindeutsch fachsprachlich (Gastronomie, Kulinarik), sonst alltagssprachlich in Namibia, Südafrika (KwaZulu-Natal): gesalzenes, rohes, an der Luft getrocknetes Rind- oder Wildfleisch aus dem südafrikanischen und namibischen Raum

Herkunft:

Entlehnung aus gleichbedeutend afrikaansem biltong → af[1][2][4]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Beef Jerky

Oberbegriffe:

[1] Trockenfleisch

Beispiele:

[1] „Das Biltong hat in Afrika eine lange Geschichte. Als die Buren vor 100 Jahren ihren großen Treck durch den ungezähmten Kontinent machten, hatten sie Biltong als eiserne Ration in ihren Satteltaschen. Später hat ihnen das Biltong in ihrem tapferen Kampf gegen die englische Übermacht manchen aussichtslos scheinenden Patrouillenritt ermöglicht.“[5]
[1] „Und als er den Trotz in ihren Augen bemerkte, begnügte er sich mit Biltong, luftgetrockneten Fleischstreifen, die unter dem Verandadach an kreuz und quer gespannten Drähten baumelten.“[6]
[1] „Aus dem südlichen Afrika hatten die Veranstalter für den Abend Biltong eingeflogen, getrocknetes Fleisch vom Strauß, Rind, Kudu oder Springbock, das auch erst durch die Mundflüssigkeit beim Kauen seinen Geschmack entfaltet.“[7]
[1] „Wir hören Paviane bellen, wenn wir im Licht der Schweinwerfer unseren Biltong essen und unter Koppien voll stacheliger Stapelien kampieren; von ihren sternförmig dunklen Blüten geht ein Aasgeruch aus, und von weitem sieht man die Silhouetten der Kaktusbäume, die er half-mens nennt.“[8]
[1] „Auch sind die Zeiten längst vorbei, in denen er Biltong lediglich als hausgemachte Happen kannte.“[9]
[1] „Die Menge an Biltong (Trockenfleisch) oder Trockenwurst, die für den Eigenverbrauch nach Südafrika ausgeführt werden darf, ist bis auf weiteres auf 200 Kilogramm erhöht worden.“[10]
[1] „Der mit einer Deutschen verheiratete Südafrikaner war gerade in Kapstadt, um eine automatische Schneidevorrichtung für sein Biltong zu kaufen. Vor allem Kenner sind scharf auf Biltong: Sie waren schon in Südafrika oder Namibia und lernten die fettarme Knabberei dort schätzen.“[11]
[1] „Der eigentliche Renner des deutschen Biltongs sind jedoch die Gewürze.“[12]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Biltong
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Biltong
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonBiltong
[1] Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Herausgeber): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Stichwort »Biltong«, Seite 49.
[1] Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Stichwort »Biltong«, Seite 12.
[1] Joe Pütz: Das grosse Dickschenärie. Dickschenärie I & II Kommbeind Riekonndischend Gemoddifeid und Gesuhpt. 1. Auflage. Peters Antiques, Swakopmund 2001, ISBN 978-9-991-65046-3, Stichwort »Biltong«, Seite 29.
[1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »Biltong«, Seite 118.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Herausgeber): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Stichwort »Biltong«, Seite 49.
  2. 2,0 2,1 Joe Pütz: Das grosse Dickschenärie. Dickschenärie I & II Kommbeind Riekonndischend Gemoddifeid und Gesuhpt. 1. Auflage. Peters Antiques, Swakopmund 2001, ISBN 978-9-991-65046-3, Stichwort »Biltong«, Seite 29.
  3. Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »Biltong«, Seite 118.
  4. 4,0 4,1 Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Stichwort »Biltong«, Seite 12.
  5. Henno Martin: Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste. Eine Robinsonade aus der Namib. Union Deutscher Verlags-Gesellschaft, Stuttgart 1956, Seite 29.
  6. Giselher W. Hoffmann: Land der wasserlosen Flüsse. Roman. 1. Auflage. Hoffmann Twins, Swakopmund 1989, ISBN 0-620-14233-2, Seite 78 (Zitiert nach Google Books).
  7. Die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover hat trotz der Rekordbeteiligung die Bürger bisher nur wenigbegeistern können und geht nun in die Offensive. In: Nürnberger Nachrichten. 9. März 1999, Seite 3.
  8. Raoul Schrott: Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde. Roman. Hanser Verlag, München/Wien 2003, ISBN 978-3-446-20355-6, Seite 313.
  9. Leckere Biltongbissen für Nah und Fern. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 5. Juli 2007, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 21. Oktober 2017).
  10. Rifttalfieber-Exportverbot gelockert. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 3. Juni 2010, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 21. Oktober 2017).
  11. Alles andere als Hundefutter. In: Tiroler Tageszeitung. 7. Mai 2013, Seite 21.
  12. Jessica Bürger: Biltong von Hirsch und Oryx-Antilope. Der Namibier Bernd Rust stellt im Allgäu Biltong her, das er weltweit exportiert – auch nach Namibia. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 16. Dezember 2016, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 21. Oktober 2017).