Bäre

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Bäre (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Bäre

die Bären

Genitiv der Bäre

der Bären

Dativ der Bäre

den Bären

Akkusativ die Bäre

die Bären

Worttrennung:
Bä·re, Plural: Bä·ren

Aussprache:
IPA: [ˈbɛːʁə]
Hörbeispiele:
Reime: -ɛːʁə

Bedeutungen:
[1] oberdeutsch fachsprachlich: ein Korb zum Fischfang aus Korbgeflecht, Netzgeflecht, Drahtgeflecht oder Kunststoff

Herkunft:
mittelhochdeutsch bēr(e), bërre, von lateinisch-griechisch pēra.[1]

Synonyme:
[1] Reuse

Gegenwörter:
[1] Angel, Garn, Netz

Oberbegriffe:
[1] Gerät, Fischfanggerät, Fischerei

Beispiele:
[1] „Der Regierungsrat bezeichnet Art und Anzahl der zulässigen Fanggeräte und Hilfsmittel sowie die zulässigen Fangmethoden. Er legt insbesondere die Maschenweiten von Netzen, Garnen und Bären fest.“[2]
[1] „Netze, Garne und Bären darf nur verwenden, wer die Fischerei berufsmässig ausübt und über einen entsprechenden Fähigkeitsausweis verfügt.“[3]
Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, Band IV, Spalte 1453 ff., Stichwort Bēr II (Digitalisat).
[1] Urs Amacher: Zürcher Fischerei im Spätmittelalter. Realienkunde, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Fischerei im Zürcher Gebiet. Rohr, Zürich 1996 (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich. Band 63), Seiten 40–46.
[1] Peter Dalcher: Die Fischereiterminologie im Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug 1352 bis 1528. Huber, Frauenfeld 1957 (Beiträge zur schweizerdeutschen Mundartforschung. Band VII), Seiten 79–85.

Quellen:

  1. Schweizerisches Idiotikon, Band IV, Spalte 1455.
  2. Gesetz über die Fischerei des Kantons Zug vom 26. Januar 1995, § 6, Absatz 1 (abgerufen 25. März 2019).
  3. Verordnung über die Fischerei des Kantons Zug vom 12. Dezember 1995, § 12, Absatz 1 (abgerufen 25. März 2019).

Deklinierte Form[Bearbeiten]

Worttrennung:
Bä·re

Aussprache:
IPA: []
Hörbeispiele:
Reime:

Grammatische Merkmale:
  • Nominativ Singular des Substantivs Bär; seltenere Nebenform zum schwachen Nominativ Singular Bär.
  • Variante für den Dativ Singular des Substantivs Bär; seltenere starke Nebenform zum schwachen Dativ Singular Bären.
  • Nominativ Plural des Substantivs Bär; seltenere starke Nebenform zum schwachen Nominativ Plural Bären.
  • Genetiv Plural des Substantivs Bär; seltenere starke Nebenform zum schwachen Genetiv Plural Bären.
  • Akkusativ Plural des Substantivs Bär; seltenere starke Nebenform zum schwachen Akkusativ Plural Bären.

Beispiele:
„[…]; die Tatzen vom Bäre werden ſauber gewaſchen, die Knorren abgehauen, mit Waſſer ans Feuer geſetzt, da ſie ſo lange, bis ſie Haut und Haare fahren laſſen, kochen müſſen, […].“[1]
„Es waren aber dieſen Tag zwey Männer allda eingekehrt, die Bäre mit ſich führeten, welche ſie, um Geld zu gewinnen, tantzen lieſſen.“[2]
„Wer kann die Höhlen der Löwen, der Bäre und der Tyger; die Gruben der Wölfe und der Füchſe, ingleichen die Löcher der Schlangen und der Drachen, und anderer dergleichen Thiere in Zweifel ziehen, die in ſolchen unterirdiſchen Höhlen ſich aufzuhalten pflegen?“[3]
„Durch dieſes ist dem Bäre keine Möglichkeit dem Baume ſich wieder zu nähern, ſondern gänzlich verbothen, ſieht alſo keinen andern Rath mehr auf die Erde zu kommen, und iſt ſehr furchtſam, und heulet ſo erbärmlich, daß der ganze Wald ſich erſchüttert.“[4]
„Der eine heißt Polus arcticus vom Geſtirne αρκτος, oder der Bäre, und dieſes iſt der Nordpol.“[5]
„Denn dieſer Luchs war der letzte Reſt der Bäre, Wölfe und Luchſe, mit welchen ehedem diese Haide bevölkert war, und von nun an konnte man erſt ohne Gefahr hier reiſen.“[6]
„So bildete ſich unter Albrecht dem Bäre im nördlichen Teutſchlande, neben dem Herzogthume Sachſen, ein bedeutender aſkaniſcher Staat, beſtehend aus den teutſchen Familienbeſitzungen der Dynaſtie Aſkanien, aus Albrechts Erwerbung der nunmehrigen Mark Bandenburg, und aus Albrechts Eroberungen an der Mittelelbe, wo er die Slaven theils vertrieb, theils unterjochte und zum Chriſtenthume brachte, und wohin er eine bedeutende Anzahl niederländiſcher Koloniſten verſetzte, durch welche das Land neu bevölkert und angebaut ward.“[7]
„Der einfache Adler, darunter ein Schild mit dem Bäre.“[8]
„Warum? der Fuchs griff ſelbſt die Bäre tadelnd an.“[9]
„Die Bäre und Rebhüner ſuchen ihre vornehmſte Nahrung darin.“[10]

Quellen:

  1. Johann Heinrich Zedler (Hrsg.), Groſſes vollſtändiges Univerſal Lexicon Aller Wiſſenſchafften und Künſte, Welche bißhero durch menſchlichen Verſtand und Witz erfunden und verbeſſert worden, Halle/Leipzig 1733, p. 115.
  2. Sieur de Chevreul, Die wunderſamen Abentheuer Des in der Welt herumirrenden Neuen Don Quixotte oder Schwäbiſchen Robinſon Nebſt vielen andern ſehr anmuthigen Liebes-Geſchichten, Leipzig 1742, p. 260.
  3. Caſpar Binninger, Entdeckung der wahren Urſache von Ebbe und Fluth auf dem Meere, Breslau 1761, p. 114.
  4. Adam Gottlob Schirach, Wald-Bienenzucht, Nach ihren großen Vortheilen, leichten Anlegung und Abwartung, Breßlau 1774, p. 152.
  5. Wochenſchrift, für die Liebhaber der Geſchichte, der Erdbeſchreibung, der Naturkunde, der Weltweißheit, und der ſchönen Wiſſenſchaften, Erſter Band, Oedenburg 1779, p. 107.
  6. Wilhelm Lebrecht Götzinger, Schwandau und ſeine Umgebungen oder Beſchreibung der ſogenannten Sächſiſchen Schweiz, Bauzen 1804, p. 321.
  7. K. H. L. Pölitz, Die Geſchichte des Königreiches Sachsen, Erſtes Bändchen, Dresden 1826, p. 100.
  8. J. Leitzmann (Hrsg.), Numismatiſche Zeitung, Sechsundzwanzigſter Jahrgang, Weißenſee 1859, p. 75.
  9. Gotthold Ephraim Leſſing, Schrifften: Lieder, Oden, Fabeln, 1753, p. 155.
  10. Johann Friedrich Schröter, Allgemeine Geſchichte der Länder und Völker von America, Zweiter Theil, Halle 1753, p. 519.
Bäre ist eine flektierte Form von Bär.
Alle weiteren Informationen zu diesem Wort findest du im Eintrag Bär.
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