𐌰𐌲𐌻𐍃

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𐌰𐌲𐌻𐍃 (Gotisch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Singular
Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ 𐌰𐌲𐌻𐍃 𐌰𐌲𐌻𐌰 𐌰𐌲𐌻
Alle weiteren Formen: Flexion:𐌰𐌲𐌻𐍃

Worttrennung:

𐌰𐌲𐌻𐍃

Umschrift:

agls

Aussprache:

IPA: []
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] schimpflich, schändlich

Herkunft:

Erbwort aus dem urgermanischen *agla- ‚schmerzhaft‘, das sich auf das indogermanische *h₂egʰ-lo- zurückführen lässt; wahrscheinlich verwandt mit 𐍉𐌲𐌰𐌽 (ogan) → got sowie 𐌰𐌲𐌻𐌿𐍃 (aglus) → got; urverwandt mit sanskritisch अघ (agha-) → sa, jungawestisch aɣa- und altgriechisch ἄχνυμαι (achnymai) → grc[1]

Beispiele:

[1] 𐌿𐌽𐍄𐌴 𐌾𐌰𐌱𐌰𐌹 𐌽𐌹 𐌷𐌿𐌻𐌾𐌰𐌹 𐍃𐌹𐌺 𐌵𐌹𐌽𐍉, 𐍃𐌺𐌰𐌱𐌰𐌹𐌳𐌰𐌿; 𐌹̈𐌸 𐌾𐌰𐌱𐌰𐌹 𐌰𐌲𐌻 𐌹̈𐍃𐍄 𐌵𐌹𐌽𐍉𐌽 𐌳𐌿 𐌺𐌰𐍀𐌹𐌻𐌻𐍉𐌽 𐌰𐌹𐌸𐌸𐌰𐌿 𐍃𐌺𐌰𐌱𐌰𐌽, 𐌲𐌰𐌷𐌿𐌻𐌾𐌰𐌹…
„unte jabai ni huljai sik qino, skabaidau; iþ jabai agl ist qinon du kapillon aiþþau skaban, gahuljai…“ (1 Kor. 11, 6)[2]
„Denn wenn eine Frau sich nicht verhüllt, soll sie sich doch gleich scheren lassen. Ist es aber für eine Frau eine Schande, sich die Haare abschneiden oder sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen.“[3]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wilhelm Streitberg: Gotisch-Griechisch-Deutsches Wörterbuch, Heidelberg 1910, „𐌰𐌲𐌻𐍃“, Seite 3.

Quellen:

  1. Guus Kroonen: Etymological Dictionary of Proto-Germanic. 1. Auflage. Brill, Leiden, Boston 2013, ISBN 978-90-04-18340-7 (Band 11 der Leiden Indo-European Etymological Dictionary Series), „*agla“ Seite 4–5.
  2. Wilhelm Streitberg (Herausgeber): Die gotische Bibel. Der gotische Text und seine griechische Vorlage mit Einleitung, Lesarten und Quellennachweisen sowie den kleinern Denkmälern als Anhang. Zweite verbesserte Auflage. Erster Teil, Heidelberg 1919 (Archive.org), Seite 265.
  3. Bibel: 1. Korintherbrief Kapitel 11, Vers 6 in der Einheitsübersetzung