Ölmüller

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Ölmüller (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Ölmüller die Ölmüller
Genitiv des Ölmüllers der Ölmüller
Dativ dem Ölmüller den Ölmüllern
Akkusativ den Ölmüller die Ölmüller

Worttrennung:

Öl·mül·ler, Plural: Öl·mül·ler

Aussprache:

IPA: [ˈøːlˌmʏlɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Ölmüller (Info)

Bedeutungen:

[1] meist selbstständiger Handwerker, Gewerbetreibender, der in einer Ölmühle aus ölhaltigen Pflanzenteilen Pflanzenöl gewinnt

Herkunft:

Determinativkompositum aus Öl und Müller

Weibliche Wortformen:

[1] Ölmüllerin

Oberbegriffe:

[1] Gewerbetreibender, Handwerker

Beispiele:

[1] „Da sitzt er hinter dem kleinen Schreibtisch in der Ringelgasse und redet über die Volksmedizin und das verlorene Wissen um die gesundheitliche Wirkung frisch gepresster Öle. Dann ist der Ölmüller in seinem Element, seine blauen Augen blitzen schalkhaft-freundlich über einer randlosen Lesebrille und mit einem schmalen Schädel wirkt er wie ein Privatgelehrter aus der Kaiserzeit. […] Der Ölmüller aus der Ringelgasse führt dies auf die unter hohem Druck raffinierten Öle zurück, wo als höchst willkommenes Nebenprodukt Phospholipide ausgewaschen und zu Emulgatoren verarbeitet werden […].“[1]
[1] „Ab dem 16. Jh. setzten sich Spindelpressen durch, der Beruf des Ölmüllers wurde zunftmäßiges Handwerk. […] Das Handwerk der Ölmüller ist de facto ausgestorben, mit ihm eine Handwerkskultur und die dazugehörige Wissenskultur.“[2]
[1] „Das war er jahrelang, heute aber ist er ein engagierter Öko-Bauer und Ölmüller aus Passion. Die Berufsbezeichnung Ölmüller dürfte den meisten heute fremd sein. Denn davon gibt es nur noch ganz wenige in Deutschland.“[3]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Ölmühle
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Ölmüller
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonÖlmüller
[*] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Ölmüller“.
[1] Deutsches Rechtswörterbuch „Ölmüller

Quellen:

  1. Marti Geier: Ein Ölmüller mit volksmedizinischen Weisheiten. In: Stuttgarter Zeitung Nr. 235 vom 12. Oktober 2009, Seite 26. Zitiert nach oleofactum.de
  2. Walter Bitzer: Öl und Ölmüllerei – gestern und heute. oleofactum.de
  3. www.bio-mit-gesicht.de, abgerufen am 31. Dezemeber 2012.