verschollen

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verschollen (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
verschollen
Alle weiteren Formen: verschollen (Deklination)

Worttrennung:

ver·schol·len, keine Steigerung

Aussprache:

IPA: [fɛɐ̯ˈʃɔlən]
Hörbeispiele: —
Reime: -ɔlən

Bedeutungen:

[1] seit langer Zeit vermisst

Herkunft:

[1] Partizipialadjektiv in der Bedeutung von seit längerer Zeit mit unbekanntem Aufenthalt und ohne Lebenszeichen abwesend, unauffindbar, für tot, verloren gehalten, seit dem 19. Jahrhundert bezeugter Ausdruck des Rechtswesens; zuvor längst vergangen (18. Jahrhundert). Auszugehen ist von dem heute wenig gebräuchlichen Verb verschallen - aufhören zu schallen, verklingen (zu schallen, siehe dort), dessen Partizip des Präteritums teilweise die starke Flexion von mittelhochdeutsch frühneuhochdeutsch schellen → gmh tönen, schallen, klingen, althochdeutsch skellan → goh (siehe 1Schelle[1]) bewahrt hat. verschollen, eigentlich verklungen, verhallt, dürfte als junger euphemistischer Ausdruck für verschwunden, unverbürgt mit Tode abgegangen eingetreten sein.[1]

Synonyme:

[1] abgelebt, abgetan, abgängig, ehemalig, entschwunden, gewesen, überfällig, unauffindbar, vermisst, verschwunden, verflossen, vergangen, vergessen, weg

Beispiele:

[1] Vor 3 Monaten fuhr er mit seinem Boot zum Fischen hinaus und kehrte nicht wieder, seither ist er verschollen.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] als verschollen gelten, das verschollene Schiff, die verschollene Sonde
[1] verschollen bleiben, verschollen gegangen, verschollen geglaubt, verschollen gewesen
[1] für immer verschollen, im Krieg verschollen, seither verschollen, spurlos verschollen

Wortbildungen:

[1] Verschollenheit

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[*] Wikipedia-Artikel „verschollen
[1] Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Zweyte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig 1793-1801 „verschallen“ (verschollen nur hier)
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „verschollen
[1] Krünitz: Oeconomische Encyclopädie „verschollen
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „verschollen
[1] canoo.net „verschollen
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonverschollen
[1] The Free Dictionary „verschollen
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion unter der Leitung von Günther Drosdowski (Herausgeber): Brockhaus-Enzyklopädie. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Band 28: Deutsches Wörterbuch III, REH–ZZ, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1995, ISBN 3-7653-1128-6, DNB 944245625, Seite 3710, unter „verschollen“
[1] Duden online „verschollen
[*] Luxemburger Wörterbuch „verschollen

Ähnliche Wörter:

verschallen

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „verschollen“.