schinden

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schinden (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich schinde
du schindest
er, sie, es schindet
Präteritum ich schindete (veraltet: schund)
Konjunktiv II ich schindete (veraltet: schünde)
Imperativ Singular schind(e)!
Plural schindet!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
geschunden haben
Alle weiteren Formen: schinden (Konjugation)

Worttrennung:

schin·den, Präteritum: schin·de·te, auch: schund, Partizip II: ge·schun·den

Aussprache:

IPA: [ˈʃɪndn̩], Präteritum: [ˈʃɪndətə], [ʃʊnt], Partizip II: [ɡəˈʃʊndn̩]
Hörbeispiele: —, Präteritum: —, Partizip II:
Reime: -ɪndn̩

Bedeutungen:

[1] jemanden oder etwas extrem beanspruchen, übel behandeln
[2] reflexiv: sich intensiv um etwas bemühen
[3] in Redewendungen: etwas für sich herausholen

Herkunft:

althochdeutsch „scinten“, mittelhochdeutsch „schinden“ = „enthäuten“, im Mittelhochdeutschen auch schon „quälen“[1]

Sinnverwandte Wörter:

[1] drangsalieren, malträtieren, misshandeln, quälen, tyrannisieren
[2] sich abmühen, plagen, abrackern
[3] gewinnen, herausholen

Beispiele:

[1] Die Sklaven wurden von ihren Herren oft geschunden.
[2] Für die Prüfungen musste ich mich ganz schön schinden.
[3] Wir müssen unbedingt Zeit schinden, um mit dem Problem noch fertig zu werden.

Charakteristische Wortkombinationen:

[3] Eindruck, Mitleid, Punkte, Zeilen, Zeit schinden

Wortbildungen:

Schindacker, Schindanger, Schinder, Schinderei, Schinderkarren, Schindluder, Schindmähre, Schund
herausschinden

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „schinden
[1, 2] canoo.net „schinden
[1–3] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonschinden

Quellen:

  1. Duden. Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/ Leipzig/ Wien/ Zürich 2001. ISBN 3-411-04073-4