scharren
Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
[Bearbeiten] scharren (Deutsch)
[Bearbeiten] Verb
| Person | Wortform | |
|---|---|---|
| Präsens | ich | scharre |
| du | scharrst | |
| er, sie, es | scharrt | |
| Präteritum | ich | scharrte |
| Partizip II | gescharrt | |
| Konjunktiv II | ich | scharrte |
| Imperativ | Singular | scharre! |
| Plural | scharrt! | |
| Hilfsverb | haben | |
| Alle weiteren Formen: scharren (Konjugation) | ||
Worttrennung:
- schar·ren, Präteritum: scharr·te, Partizip II: ge·scharrt
Aussprache:
- IPA: [ˈʃaʀən], Präteritum: [ˈʃaʁtə], Partizip II: [ɡəˈʃaʁt]
- Hörbeispiele: —, Präteritum: —, Partizip II: —
Bedeutungen:
- [1] bei Tieren: (mit den Gliedmaßen) den Erdboden nur an der Oberfläche mit oft wiederholten, schnellen, kratzenden Bewegungen aufwühlen
- [a] das Erdreich mit der Schnauze, mit den Pfoten oder Gliedmaßen bearbeiten; durch Kratzen ein Loch graben
- [b] seltener: den Boden aufwühlen
- [2] umgangssprachlich: etwas durch Kratzen mit den Füßen oder einem Gerät (irgendwohin) fortbewegen
- [3] bildlich, salopp, abwertend: gierig das Geld zusammenkratzen/zusammenraffen
- [4] kratzende Geräusche durch schleifen über eine Oberfläche mit den Füßen oder Krallen (oder Ähnliches) verursachen
- [a] zum Zeichen des Missfallens die Füße wiederholt geräuschvoll auf dem Boden hin- und herschieben
Herkunft:
- seit dem 9. Jahrhundert bezeugt; althochdeutsch: skerran „(ab)kratzen“; mittelhochdeutsch: scherren „kratzen“ oder „graben“; verwandt mit altsächsisch: ofskerran „abkratzen“; mittelniederländisch: scarren und scerren; schwedisch: skorra „schnarren“; vergleiche mit lateinisch: carrere „(Wolle) krempeln“; altslawisch: krasta „Kruste, Grind, Räude“; russisch: короста (sprich: korósta) „Krätze, Grind“; litauisch: kar̃šti „krempeln“ oder „hecheln“; dies aus indogermanisch: *kars- „kratzen, striegeln, krempeln“.[1]
Synonyme:
- [1] graben, (umgangssprachlich:) buddeln, (für Hühner:) picken
- [1b] wühlen
- [4] krallen, kratzen, reiben, schaben, scheuern, schürfen
- [5] krächzen
Sinnverwandte Wörter:
- [2, 4a] schlendern
- [3] hamstern
- [4] jucken
Gegenwörter:
- [1-1b] einbuddeln, vergraben, zuschütten
- [2] eggen, verfestigen, zuscharren, zuschütten
- [4a] eilen, marschieren, rennen
Beispiele:
- [1] Die Hühner scharren im Sande nach Würmern.
- [1] "Wer vom Huhn abstammt, wird wie ein Huhn scharren."[2]
- [1a] Bei der Trüffelsuche scharrten die Schweine den Boden auf.
- [1b] Die Rösser (auch: Rosse) haben ungeduldig mit den Hufen gescharrt.
- [1b] Ich hätte gedacht, daß einige mehr mit den Hufen scharren und es mir richtig schwer machen, die Formation zu benennen.[3]
- [1b] Auf dem Friedhof wird eine Leiche ausgescharrt.
- [2] Der Bauschutt wurde auf einen Haufen zusammengescharrt.
- [2] Auch gehört es zu den Aufgaben des Hausmeisters, vor dem Gemeindehaus die Herbstblätter in Haufen zu scharren.
- [2] Die neue Putzfrau kam mit den vielen Arbeitsaufträgen nicht zurecht, und hatte den Schmutz von einer Ecke in die andere gescharrte, um Zeit zu sparen.
- [2] Die Rentiere scharren den Schnee von den Flechten.
- [3] Der betagte Mann scharrt sein Geld zusammen.
- [4] Ein hungriger Hund scharrt an der Tür.
- [4] Auf dem alten Dachboden scharrt den Holzfußboden, wen man über ihn läuft.
- [4a] Die traurigen Studenten scharrten langsam nach Hause.
Redewendungen:
- in den Startlöchern scharren — zum Aufbruch bereit sein
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1] im Sande scharren
- [1a, 1b] mit den Hufen scharren
- [2, 4a] mit Füßen scharren
- [2] mit den Schuhen scharren
Abgeleitete Begriffe:
- [1] verscharren, zuscharren
[Bearbeiten] Übersetzungen
|
Dialektausdrücke:
|
|
? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1–4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „scharren“
- [1, 4] canoo.net „scharren“
- [1, 4] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon „scharren“
- [1, 1a, 4] The Free Dictionary „scharren“
Quellen:
- ↑ Duden. Deutsches Universalwörterbuch. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007. ISBN 3-411-05506-5
- ↑ Liste Venezianischer Sprichwörter
- ↑ Welt-Online vom 13.01.2005: "Die Euphorie kann gar nicht groß genug sein — HSV-Trainer Doll hat Verständnis für hohe Erwartungen, kritisiert aber Spieler der zweiten Reihe"
Ähnliche Wörter:
Es wurde noch