reiten
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reiten (Deutsch) [Bearbeiten]
Verb [Bearbeiten]
| Person | Wortform | |
|---|---|---|
| Präsens | ich | reite |
| du | reitest | |
| er, sie, es | reitet | |
| Präteritum | ich | ritt |
| Partizip II | geritten | |
| Konjunktiv II | ich | ritte |
| Imperativ | Singular | reite |
| Plural | reitet | |
| Hilfsverb | sein, haben | |
| Alle weiteren Formen: reiten (Konjugation) | ||
Worttrennung:
- rei·ten, Präteritum: ritt, Partizip II: ge·rit·ten
Aussprache:
- IPA: [ˈʀaɪ̯tən], [ˈʀaɪ̯tn̩], Präteritum: [ʀɪt], Partizip II: [ɡəˈʀɪtən], [ɡəˈʀɪtn̩]
- Hörbeispiele:
reiten (Info), Präteritum:
ritt (Info), Partizip II:
geritten (Info) - Reime: -aɪ̯tn̩
Bedeutungen:
- [1] intransitiv; Hilfsverb „sein“, seltener „haben“: sich auf dem Rücken eines Reittieres (besonders eines Pferdes) befinden und sich mit dessen Hilfe fortbewegen
- [2] intransitiv, Hilfsverb „sein“ oder „haben“: mit Reiten zubringen, durch Reiten zurücklegen
- [3] transitiv, Hilfsverb „sein“ oder „haben“: auf einem Pferd absolvieren
- [4] transitiv oder mit der Präposition „auf“; Hilfsverb „haben“: ein spezielles Reittier benutzen
- [5] transitiv, Hilfsverb „haben“: ein Tier durch Reiten in eine bestimmte Verfassung bringen
- [6] reflexiv, unpersönlich; Hilfsverb „haben“: sich unter bestimmten Umständen und Gegebenheiten in einer bestimmten Weise reiten lassen
- [7] mit Dativ, Hilfsverb „haben“: einen Teil des Körpers durch Reiten in eine bestimmte Verfassung bringen
- [8] transitiv, veraltend: jemanden beherrschen
- [9] intransitiv: schaukeln, hin und her geworfen werden
- [10] transitiv oder mit der Präposition „auf“<vulgär>: den Geschlechtsverkehr ausüben, indem der eine Partner über den auf dem Rücken liegenden anderen steigt und sich dessen erigiertes Glied in die Vagina oder den Anus einführt(Herkunft:ein vulgärer Nutzen von verwandtem Verb ride.)
Herkunft:
- Im 9. Jahrhundert existierte im Althochdeutschen das Verb rītan ‚reiten, fahren‘, welches vom mittelhochdeutschen rīten abgelöst wurde. Bedeutungsgleiche Wörter in anderen Sprachen sind das altenglische rīdan → ang und das mittelniederdeutsche und mittelniederländische rīden; im heutigen Niederländisch existiert rijden → nl, im Englischen wird ride → en verwendet; darüber hinaus gehören das altnordische rīða → non ‚hin und her bewegen, wanken, besiegen‘ und das schwedische rida → sv ‚reiten‘ hierher. Alle diese Verbformen lassen sich mit dem altirischen rīadim oder rīadaim ‚ich fahre‘, dem ebenfalls altirischen dērīad ‚Zweigespann‘, dem kymrischen rhwydd-hau ‚beeilen‘ und dem gallisch-lateinischen rēda ‚Reisewagen mit vier Rädern‘ verbinden. Gemeinsam mit bereit und Reede sind sie auf das indoeuropäische *reidh- ‚fahren‘ zurückzuführen. Dies ist eine erweiterte Form der auch in den Wörtern rennen, rinnen, rieseln, Reise und Ernst enthaltenen indoeuropäischen Wurzel *er-, *or- oder *r- ‚erregen, sich in Bewegung versetzen‘.[1]
Was die Bedeutung angeht, so erfolgte die Beschränkung auf den heute üblichen Anwendungsbereich erst im Frühneuhochdeutschen.[1]
Oberbegriffe:
Unterbegriffe:
- [1] galoppieren, tölten, traben
Beispiele:
- [1] Er ritt seit frühester Kindheit.
- [1] Peter kann nicht gut reiten.
- [2] Gestern habe ich drei Stunden geritten.
- [2] Wir wollen heute 20 Kilometer weit reiten.
- [3] Bald soll Susi ihr erstes Turnier reiten.
- [4] Mohammed hat immer nur Kamele geritten.
- [5] Nach dem Springtraining war das Pony müde geritten.
- [6] Auf diesem Weg hier reitet es sich äußerst schlecht.
- [7] Jetzt hast du dir wieder die Knie steif geritten.
- [8] Ihn ritt der Übermut, als er mit seinem Motorrad die Kurve mit über 200 Sachen nahm.
- [9] Das Schiff reitet auf den Wellen der sturmgepeitschten See.
- [10] Wenn sie auf ihm reitet, gibt sie die Richtung und Intensität vor.
- [10] „Dann setzt sie sich auf ihn, spießt sich mit einem kurzen Ruck ihres Beckens selbst auf, das Gesicht ihm zugewandt und reitet ihn. Reitet ihn mit harten, schnellen Bewegungen ihres Unterkörpers mit aufreizend wippenden Brüsten, zeigt ihm ihre ganze Erfahrung und treibt ihn fast zum Wahnsinn vor Erregung.“[2]
- [10] „Sie reitet ihn bis kurz vor seinen Höhepunkt und legt dann eine Pause ein.“[3]
- [10] „Dann setzte sie sich auf ihn, während er mit dem Rücken auf dem Bett lag und ritt auf ihm, bis beide ein zweites Mal zum Höhepunkt kamen.“[4]
- [10] „Sie zieht ihr Höschen zur Seite und lässt ihn in sich eindringen, sitzt auf ihm, reitet auf ihm, lässt seine Männlichkeit ein- und ausgleiten.“[5]
Redewendungen:
- auf seinen Prinzipien reiten
- den Amtsschimmel reiten
- den Pegasus reiten
- eine Attacke gegen jemanden reiten
- ein Steckenpferd reiten
- im Galopp durch die Kinderstube geritten sein
- jemanden in die Patsche reiten
- jemanden in die Tinte reiten
- jemanden reitet der Teufel
- jemanden über den Haufen reiten
- krumme Touren reiten
Sprichwörter:
Charakteristische Wortkombinationen:
Wortbildungen:
- abreiten, anreiten, ausreiten, bereiten, davonreiten, einreiten, heimreiten, heranreiten, herausreiten, herbeireiten, hereinreiten, herumreiten, hinreiten, hinausreiten, hineinreiten, losreiten, nachreiten, niederreiten, reinreiten, umreiten, zureiten, Reitbahn, Reitbursche, Reiter, Reitgerte, Reithalle, Reithose, Reitjagd, Reitkleidung, Reitlehrer, Reitpeitsche, Reitpferd, Reitsattel, Reitschule, Reitsitz, Reitsport, Reitstall, Reitstiefel, Reittier, Reitturnier, Reitunterricht, Reitverein, Reitweg, Ritt
Übersetzungen [Bearbeiten]
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Dialektausdrücke:
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? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1] Wikipedia-Artikel „reiten“
- [1] canoo.net „reiten“
- [1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon „reiten“
- [1–8] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion, Annette Klosa u. a. (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-05504-9, „reiten“, Seite 1297
- [9] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „reiten“
- [10] Wikipedia-Artikel „Reitstellung“
Quellen:
- ↑ 1,0 1,1 Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „reiten“, Seite 1110
- ↑ Peter Anders: Treffgespräche. Roman aus dem Geheimdienstmilieu. 1. Auflage. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2002, ISBN 3-8311-3851-6, Seite 92
- ↑ Önne Hedlund: Die Götter mit den blauen Haaren. epubli GmbH, Berlin 2011, ISBN 978-3-8442-0624-1, Seite 128
- ↑ Roswitha Kammerl: Die Gier und ihr Preis. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2009, ISBN 9783839118733, Seite 177
- ↑ Susan Jones: Der Assistent. 2. Auflage. Blue Panther Books, Hamburg 2011, ISBN 978-3-940505-96-5, Seite 31
Ähnliche Wörter:

