reiten

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36. Wort der Woche.

[Bearbeiten] reiten (Deutsch)

[Bearbeiten] Verb

[1] ein reitender Mann
Zeitform Person Wortform
Präsens ich reite
du reitest
er, sie, es reitet
Präteritum ich ritt
Partizip II   geritten
Konjunktiv II ich ritte
Imperativ Singular reite
Plural reitet
Hilfsverb   sein, haben
Alle weiteren Formen: reiten (Konjugation)

Silbentrennung:

rei·ten, Präteritum: ritt, Partizip II: ge·rit·ten

Aussprache:

Hörbeispiele: reiten, Präteritum: ritt, Partizip II: geritten
IPA: ['ʀaɪ̯tən], ['ʀaɪ̯tn̩], Präteritum: [ʀɪt], Partizip II: [ɡəˈʀɪtən], [ɡəˈʀɪtn̩]

Bedeutungen:

[1] intransitiv, Hilfsverb sein, seltener haben: sich auf dem Rücken eines Reittieres (besonders eines Pferdes) befinden und sich mit dessen Hilfe fortbewegen
[2] intransitiv, Hilfsverb sein oder haben: mit Reiten zubringen, durch Reiten zurücklegen
[3] transitiv, Hilfsverb sein oder haben: auf einem Pferd absolvieren
[4] transitiv oder mit auf, Hilfsverb haben: ein spezielles Reittier benutzen
[5] transitiv, Hilfsverb haben: ein Tier durch Reiten in eine bestimmte Verfassung bringen
[6] reflexiv, unpersönlich, Hilfsverb haben: sich unter bestimmten Umständen und Gegebenheiten in einer bestimmten Weise reiten lassen
[7] mit Dativ, Hilfsverb haben: einen Teil des Körpers durch Reiten in eine bestimmte Verfassung bringen
[8] transitiv, veraltend: jemanden beherrschen
[9] intransitiv: schaukeln, hin und her geworfen werden
[10] transitiv oder mit auf: den Geschlechtsverkehr ausüben, indem der eine Partner über den auf dem Rücken liegenden anderen steigt und sich dessen erigiertes Glied in die Vagina oder den Anus einführt

Herkunft:

Im 9. Jahrhundert existierte im Althochdeutschen das Verb rītan (reiten, fahren), welches vom mittelhochdeutschen rīten abgelöst wurde. Bedeutungsgleiche Wörter in anderen Sprachen sind das altenglische rīdan → ang, und das mittelniederdeutsche und mittelniederländische rīden; im heutigen Niederländisch existiert rijden → nl, im Englischen wird ride → en verwendet; darüber hinaus gehören das altnordische rīða → non (hin und her bewegen, wanken, besiegen) und das schwedische rida → sv (reiten) hierher. Alle diese Verbformen lassen sich mit dem altirischen rīadim oder rīadaim (ich fahre), dem ebenfalls altirischen dērīad (Zweigespann), dem kymrischen rhwydd-hau (beeilen) und dem gallisch-lateinischen rēda (Reisewagen mit vier Rädern) verbinden. Gemeinsam mit bereit und Reede sind sie auf das indoeuropäische *reidh- (fahren) zurückzuführen. Dies ist eine erweiterte Form der auch in den Wörtern rennen, rinnen, rieseln, Reise und Ernst enthaltenen indoeuropäischen Wurzel *er-, *or- oder *r- (erregen, sich in Bewegung versetzen).
Was die Bedeutung angeht, so erfolgte die Beschränkung auf den heute üblichen Anwendungsbereich erst im Frühneuhochdeutschen.[1]

Oberbegriffe:

[1] sich bewegen
[10] koitieren

Unterbegriffe:

[1] galoppieren, tölten, traben

Beispiele:

[1] Er ritt seit frühester Kindheit.
[1] Peter kann nicht gut reiten.
[2] Gestern habe ich drei Stunden geritten.
[2] Wir wollen heute 20 Kilometer weit reiten.
[3] Bald soll Susi ihr erstes Turnier reiten.
[4] Mohammed hat immer nur Kamele geritten.
[5] Nach dem Springtraining war das Pony müde geritten.
[6] Auf diesem Weg hier reitet es sich äußerst schlecht.
[7] Jetzt hast du dir wieder die Knie steif geritten.
[8] Ihn ritt der Übermut, als er mit seinem Motorrad die Kurve mit über 200 Sachen nahm.
[9] Das Schiff reitet auf den Wellen der sturmgepeitschten See.
[10] Wenn sie auf ihm reitet, gibt sie die Richtung und Intensität vor.

Redewendungen:

auf seinen Prinzipien reiten
den Amtsschimmel reiten
den Pegasus reiten
eine Attacke gegen jemanden reiten
ein Steckenpferd reiten
im Galopp durch die Kinderstube geritten sein
jemanden in die Patsche reiten
jemanden in die Tinte reiten
jemanden reitet der Teufel
jemanden über den Haufen reiten
krumme Touren reiten

Sprichwörter:

Auf alten Pferden lernt man reiten.

Charakteristische Wortkombinationen:

[4] ein Pferd reiten, ein Ross reiten

Abgeleitete Begriffe:

abreiten, anreiten, ausreiten, bereiten, davonreiten, einreiten, heimreiten, heranreiten, herausreiten, herbeireiten, hereinreiten, herumreiten, hinreiten, hinausreiten, hineinreiten, losreiten, nachreiten, niederreiten, reinreiten, umreiten, zureiten, Reitbahn, Reitbursche, Reiter, Reitgerte, Reithalle, Reithose, Reitjagd, Reitkleidung, Reitlehrer, Reitpeitsche, Reitpferd, Reitsattel, Reitschule, Reitsitz, Reitsport, Reitstall, Reitstiefel, Reittier, Reitturnier, Reitunterricht, Reitverein, Reitweg, Ritt

[Bearbeiten] Übersetzungen

Dialektausdrücke:

  • Berlinerisch:
  • Elsässisch:
  • Kölsch: rigge
  • Schwäbisch:

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „reiten
[1] canoo.net „reiten
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonreiten
[1–8] Duden, Universal4Wiktionary:Literaturliste, „reiten“, S. 1297
[9] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „reiten
[10] Wikipedia-Artikel „Reitstellung

Quellen:

  1. Pfeifer8Wiktionary:Literaturliste, „reiten“, S. 1110

Ähnliche Wörter:

breiten, leiten, reimen, reisen, reißen, Reiten, Seiten, weiten
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