grammatisches Wort

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Wechseln zu: Navigation, Suche

[Bearbeiten] grammatisches Wort (Deutsch)

[Bearbeiten] Wortverbindung, Substantiv, n

Kasus Singular Plural
Nominativ das grammatische Wort die grammatischen Wörter
Genitiv des grammatischen Worts
des grammatischen Wortes
der grammatischen Wörter
Dativ dem grammatischen Wort den grammatischen Wörtern
Akkusativ das grammatische Wort die grammatischen Wörter

Worttrennung:

gram·ma·ti·sches Wort, Plural: gram·ma·ti·sche Wör·ter

Aussprache:

IPA: [ɡʀaˈmatɪʃəs vɔʁt], Plural: [ɡʀaˈmatɪʃə ˈvœʁtɐ]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] Linguistik: Wort, das dadurch definiert ist, dass es von anderen getrennt im Satz erscheint[1]
[2] Linguistik: Wort, das keine lexikalische Bedeutung hat, sondern stattdessen eine grammatische Bedeutung bzw. Funktion

Sinnverwandte Wörter:

[1] syntaktisches Wort, Wortform, Textwort
[2] Dienstwort, Formwort, Funktionswort, Hilfswort, Leerwort, Strukturwort, Synkategorem/Synkategorema, Synsemantikon/Synsemantikum, syntaktisches Wort
[1] graphematisches Wort, graphisches Wort, Lexem/lexikalisches Wort, morphologisches Wort, orthographisches Wort, phonetisches Wort, phonologisches Wort, semantisches Wort

Oberbegriffe:

[1] Wort, Linguistik, Sprachwissenschaft, Sprache

Beispiele:

[1] In dem Satz „Hans kommt rechtzeitig an.“ sind „kommt“ und „an“ zwei grammatische Wörter. In einem Nebensatz wie „..., weil er rechtzeitig ankommt“ wäre „ankommt“ ein grammatisches Wort.
[1] „Ein Lexem kann nun definiert werden als eine Menge von grammatischen Wörtern, die denselben Stamm enthalten. Darüber hinaus müssen diese grammatischen Wörter im gleichen Flexionsparadigma stehen.“[2]
[1] „Das grammatische Wort ist das Objekt der Morphologie.“[3]
[1] „Das grammatische Wort bezieht sich darauf, daß ein Wort in einem Text in einer bestimmten grammatischen Form erscheint, und meint jeweils eine grammatische Form; z. B. sind ‚finden, fände, fanden, gefunden‘ verschiedene grammatische Wörter.“[4]
[2] In dem Satz „Er ist Fußballer.“ hat „er“ keine lexikalische Bedeutung; es hat stattdessen eine grammatische Funktion, in dem es das Subjekt des Satzes ist, und ist daher ein grammatisches Wort.
[2] Forsgren behandelt unter der Überschrift Grammatische Wörter die Artikel, Pronomen, Präpositionen, Konjunktionen und Hilfsverben und fasst seine Ausführungen zusammen: „Natürlich sind die Verhältnisse bei den grammatischen Wörtern viel komplizierter, als wir sie in dieser oberflächlichen Übersicht haben darstellen können.“[5]

[Bearbeiten] Übersetzungen

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Wortform
[2] Wikipedia-Artikel „Funktionswort

Quellen:

  1. Wilfried Kürschner: Grammatisches Kompendium. Systematisches Verzeichnis grammatischer Grundbegriffe. 3. Auflage. Francke, Tübingen/ Basel 1997, S. 103f. ISBN 3-8252-1526-1
  2. Henning Bergenholtz, Joachim Mugdan: Einführung in die Morphologie. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1979, S. 117. ISBN 3-17-005095-8. Solche Schemata sind auch in anderen Werken zur Morphologie zu finden.
  3. Christine Römer: Morphologie der deutschen Sprache. Francke, Tübingen/Basel 2006, S. 2. ISBN 978-8252-2811-8.
  4. Karl-Dieter Bünting, Henning Bergenholtz: Einführung in die Syntax. 2., überarbeitete Auflage. Athenäum, Frankfurt/M. 1989, S. 40. ISBN 3-610-02194-4. ‚finden, fände, fanden, gefunden‘ im Original kursiv; ‚grammatische Wort‘ in Kapitälchen.
  5. Kjell-Åke Forsgren: Wortdefinition und Feldstruktur. Zum Problem der Kategorisierung in der Sprachwissenschaft. Acta Universitatis Gothoburgensis, Göteborg 1977, S. 36. ISBN 91-7346-038-9.
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitarbeit
Hilfe
Werkzeuge