genießen

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genießen (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb, unregelmäßig[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich genieße
du genießt
er, sie, es genießt
Präteritum ich genoss
Konjunktiv II ich genösse
Imperativ Singular genieß!
genieße!
Plural genießt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
genossen haben
Alle weiteren Formen: genießen (Konjugation)

Anmerkung:

In der Schweiz wird das -ß- fortlaufend durch -ss- ersetzt.

Alternative Schreibweisen:

Schweiz und Liechtenstein: geniessen

Worttrennung:

ge·nie·ßen, ge·noss, ge·nos·sen

Aussprache:

IPA: [ɡəˈniːsn̩], Präteritum: [ɡəˈnɔs], Partizip II: [ɡəˈnɔsn̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild genießen (Info), Präteritum: Lautsprecherbild genoß (Info), Partizip II: Lautsprecherbild genossen (Info)
Reime: -iːsn̩

Bedeutungen:

[1] eine zumeist angenehm schmeckende Speise oder Getränk zu sich nehmen
[2] Genuss, Freude, Lust an, bei oder für etwas empfinden
[3] behaglich, freudig auf sich wirken lassen
[4] etwas erleben, erfahren, erhalten; an etwas teilhabend sein

Herkunft:

germanischen Ursprungs; bezeugt im Altnordischen njōta, im Gotischen ganiutan „(Wild, Fisch) fangen; (bildlich) in Worten fangen“ (von nuita „Beute; Fischfang; Menschenfang“), im Altsächsischen niotan, biniotan „berauben“, im Angelsächsischen neotan, beneotan „berauben“, im Althochdeutschen ginioჳan „gebrauchen des Gemeindegebietes, d.h. des Gemeindewaldes, der Gemeindeweide; einen Anteil am Gemeinderecht innehaben“, im Mittelhochdeutschen genieჳen „(ohne Bezug auf das Gemeindeverhältnis) von seinen Gütern nutznießen“ sowie im Mittelniederdeutschen genēten „id.“

Synonyme:

[1] schlemmen, munden
[2] frönen
[4] in den Genuss kommen

Oberbegriffe:

[1] mit Genuss essen
[2, 3] freuen

Unterbegriffe:

[1] schmecken
[2] auskosten, erfreuen

Beispiele:

[1] Sie genießt das Essen.
[2] Nach einem langen Arbeitstag genießt sie ein wohltuendes, warmes Bad.
[3] Sie genießen den herrlichen Ausblick.
[4] Er hat eine fundierte Ausbildung genossen.

Redewendungen:

[1] etwas ist nicht mehr zu genießen: etwas ist nicht mehr verzehrbar
[2] etwas in vollen Zügen genießen: etwas gänzlich auskosten
[4] etwas mit Vorsicht genießen: ungenau, unsicher, unzuverlässig, unbewiesen sein

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein Glas Wein genießen, noch eine Kleinigkeit genießen
[2] die Bequemlichkeit genießen, den Feierabend genießen, die Ruhe genießen, die Überraschung genießen, den Urlaub genießen
[3] den herrlichen Anblick genießen, den Duft der Blumen genießen, den Frühling genießen, ein Naturschauspiel genießen, die Schönheit der Natur genießen, den Sonnenaufgang genießen
[4] eine gute Ausbildung genießen, eine fundierte Ausbildung genießen, eine gute Erziehung genießen, den Lohn genießen, die Früchte seines Fleißes genießen, jemandes Achtung genießen, jemandes Sympathie genießen, jemandes Verehrung genießen, einen guten Ruf genießen, eine hervorragende Reputation genießen, die Protektion eines Mäzens genießen, den Schutz des Staates genießen, das Heimatrecht genießen, Narrenfreiheit genießen, Vergünstigungen genießen, Vorfahrt genießen, Bestandsschutz genießen, die Vorteile von etwas genießen, das öffentliche Vertrauen genießen, mit allen Sinnen genießen

Wortbildungen:

ausgenießen, durchgenießen, Genieß m, genießbar, Genießbarkeit, Genießchen n, Genießen n, genießend, Genießer, genießerhaft, Genießerin, genießerisch, Genießjagen, genießlich, Genießlichkeit, Genuss, mitgenießen, ungenießbar, Ungenießbarkeit, ungenießlich, Ungenießlichkeit, vorgenießen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „genießen
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „genießen
[1] canoo.net „genießen
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikongenießen

Ähnliche Wörter:

Genießen, gießen