den Faden verlieren

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[Bearbeiten] den Faden verlieren (Deutsch)

[Bearbeiten] Redewendung, Wortverbindung

Silbentrennung:

den Fa·den ver·lie·ren

Aussprache:

IPA: [...]
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] beim Sprechen vergessen, was man sagen wollte, den gedanklichen Zusammenhang verlieren

Herkunft:

[1] In der ursprünglichen Bedeutung aus dem Bereich der Handarbeiten: den Faden aus der Hand rutschen lassen, sodass der Fortgang der Arbeit gestört ist. Andere Erklärung: von Ariadnefaden, der den Weg durch ein Labyrinth markiert. Verliert man ihn, verliert man auch die Orientierung.

Synonyme:

[1] den Faden aus der Hand gleiten lassen, den Faden verlassen

Gegenwörter:

[1] den Faden aufnehmen, den Faden wiederfinden, den Faden finden, den Faden verfolgen, den Faden weiter verfolgen, den Faden fortspinnen, den Faden erfassen, den Faden wieder aufnehmen, den Faden aufnehmen, den Faden fallen lassen, den Faden abreißen lassen

Oberbegriffe:

Unterbegriffe:

Beispiele:

[1] „ich glaubte einige gelassene augenblicke zu haben, darum liesz ich sie rufen, sie sind nun da, und ich habe meinen faden verloren.“ (Goethe, zitiert nach Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, s. Ref.)
[1] Leute, die in der Jugend an Höfen und in großen Städten keine unbeträchtliche Rolle gespielt, die vielmehr dort geglänzt, nachher aber sich zurückgezogen, sich einer einfachern Lebensart gewidmet haben, vergessen gar zu leicht, daß, um hier immer ein Modegesicht zu bleiben, man nie den Faden der herrschenden Konversation aus der Hand verlieren, nie versäumen darf, auch in den kleinsten Fortschritten, der Kultur - wenn man das Kultur nennen muß - nachzufolgen. (Adolph Freiherr von Knigge, Über den Umgang mit Menschen, z.n. Projekt Gutenberg)
[1] Manchmal verlor er den Faden seines Dramas, und wurde von dem bloßen Beben seiner Stimme durch eine Reihe von Affekten ohne Vorstellungsinhalt willenlos mitgerissen – sinnlose Worte vor sich hinsprechend, die ihn berauschten. (Hugo von Hofmannsthal, Age of Innocence, z.n. Projekt Gutenberg)
[1] ABENDWIND (fortfahrend) Dieser weiße Bär nämlich, der als Sohn der Sonn' mir Glück bringt und gewissermaßen mein Uraundl is - so will ich auch (wieder den Faden der Rede verlierend) Teuxel, jetzt weiß ich nicht, was ich will - (fortfahrend) da er gewissermaßen mein Uraundl is - (Johann Nepomuk Nestroy, Häuptling Abendwind oder Das greuliche Festmahl, z.n. Projekt Gutenberg)
[1] Als neulich am Sonntag der Herr Pastor / Eine peinliche Pause machte, / Weil er den Faden der Rede verlor, / Da duckt' sich der Küster und lachte. (Wilhelm Busch, Befriedigt, z.n. Projekt Gutenberg)
[1] Ich habe der vielen Beispiele halber, die sich hier meinem Gedächtnisse aufdrängen, den Faden des Perioden verlohren, und reiße ihn lieber ganz ab, um von neuem anzuheben. (August Klingemann, Nachtwachen von Bonaventura, z.n. Projekt Gutenberg)

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] völlig ~, vollkommen ~

[Bearbeiten] Übersetzungen

Dialektausdrücke:

  • Alemannisch:
  • Bairisch:

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Faden
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Faden
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonden Faden verlieren
[1] Goethe-Wörterbuch „Faden

Ähnliche Wörter:

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