blaumachen

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blaumachen (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich mache blau
du machst blau
er, sie, es macht blau
Präteritum ich machte blau
Konjunktiv II ich machte blau
Imperativ Singular mach(e) blau
Plural macht blau
Perfekt Partizip II Hilfsverb
blaugemacht haben
Alle weiteren Formen: blaumachen (Konjugation)

Worttrennung:

blau·ma·chen, Präteritum: mach·te blau, Partizip II: blau·ge·macht

Aussprache:

IPA: [ˈblaʊ̯maχn̩], Präteritum: [maχtə ˈblaʊ̯], Partizip II: [ˈblaʊ̯ɡəmaχt]

Bedeutungen:

[1] nicht zur Arbeit (zur Schule) gehen; seinen Verpflichtungen nicht nachkommen; ohne triftigen Grund fernbleiben

Herkunft:

[1] Die Herkunft der Redewendung ist nicht gesichert, es existieren dazu unterschiedliche Hypothesen:
  • [a] Entstanden aus dem Ausdruck Blauer Montag für den arbeitsfreien Montag der Handwerker: „Blauen Montag machen“ hätte sich demnach erweitert zu der Bedeutung „nicht arbeiten, der Arbeit fernbleiben“
  • [b] Entstanden unter Vermittlung des Rotwelschen aus Jiddisch beloohne“. Demnach wäre ein aus belo entstandenes Rotwelsches lo, lau (wie in der Redensart für lau, „für nichts, kostenlos“) in der verstärkenden Form welo, welau („sehr schlecht, sehr böse, sehr schlimm, gar nichts, überhaupt nichts“) zu „blau“ geworden und ein – zwar nicht belegtes, aber postuliertes – rotwelsches blau machen im Sinne von „nichts tun“ in die allgemeine Umgangssprache übernommen worden.
  • [c] In einer von der Sprachwissenschaft nicht vertretenen Erklärungsweise wird angenommen, die Redewendung wäre aus der Praxis des Färberwesens entstanden, speziell der Indigo- oder Waidfärber, die für die Herstellung des Indigoblau die Blätter des Färberwaid in Kübeln mit (menschlichem) Urin vergoren. Um genügend Urin zu erhalten, wurde der Tag dazu benutzt, sich reichlich zu betrinken, was dem Gedanken der Arbeit wohl nicht sehr nahe kam. Später wurden die gefärbten Stoffe in einer letzten Phase des Färbevorgangs an der Luft getrocknet, wobei erst in dieser Phase durch Oxidierung die blaue Färbung entsteht. Weil die Blaufärber in dieser Phase ebenfalls denkbar wenig gearbeitet haben, wäre aus dem gesamten technischen Vorgang des Blaumachens ein allgemeinsprachlicher Ausdruck für „Nichtstun“ entstanden, und auch der Ausdruck Blauer Montag soll hieraus abzuleiten sein, weil der Montag der übliche Tag für die letzte (?) Phase des Blaufärbens gewesen sei.

Synonyme:

[1] Nichtstun, Müßiggang treiben, faulenzen, schwänzen

Beispiele:

[1] Blaumachen kann die Betriebskosten unnötig belasten.

Wortbildungen:

Blaumacherei

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Blau machen

Etymologie:

[1] Christiane Wanzeck: Zur Etymologie lexikalisierter Farbwortverbindungen. Untersuchungen anhand der Farben Rot, Gelb, Grün und Blau. Rodopi, Amsterdam 2003 (= Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur, 149), ISBN 9042013176
[1]a Wikipedia-Artikel „Blauer Montag
[1]a Artikel blau. In: Friedrich Kluge, Elmar Sebold (Bearb.): Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 23. Auflage. de Gruyter, Berlin & New York 1995. Seite 116. ISBN 3110129221
[1]a Artikel Montag. In: Jacob Grimm und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Band 12. Hirzel Verlag, Leipzig 1886-1895. Seite 2524f.
[1]b Artikel blau. Nr. 524. In: Siegfried A. Wolf: Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache. Buske, Hamburg 1994, ISBN 3871187364
[1]c Indigo, Färberwaid - Wikipedia
[1]c blau machen, blaumachen, blauer Montag − etymologie.info
[1]c Die Farbe Blau – T. Seilnacht: Farblexikon