böse

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böse (Deutsch)[Bearbeiten]

Adjektiv[Bearbeiten]

Positiv Komparativ Superlativ
böse böser am bösesten
Alle weiteren Formen: böse (Deklination)

Worttrennung:

bö·se, Komparativ: bö·ser, Superlativ: bö·ses·ten

Aussprache:

IPA: [ˈbøːzə], Komparativ: [ˈbøːzɐ], Superlativ: [ˈbøːzəstn̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild böse (Info)
Reime: -øːzə

Bedeutungen:

[1] moralisch falsch, nicht gut; bösartig
[2] von bösen Gefühlen, Gedanken erfüllt, verleitet, bestimmt; verärgert, wütend

Herkunft:

Das Adjektiv böse, mit der Bedeutung schlecht, schlimm, schädlich, gehört seit dem 9. Jahrhundert zum Standardwortschatz. Im Althochdeutschen pôsi → goh,[1] bōsi → goh (10. Jh.), mittelhochdeutsch bōse → gmh, bœse → gmh übel, gering, nichtig, wertlos, schwach, stammt aus dem Vordeutschen *bausja- böse, gering, schlecht, altsächsisch bōsi → osx, mittelniederdeutsch bȫs → gml, bȫse → gml, mittelniederländisch boos → dum und niederländisch boos → nl, friesisch bâse[1]. Entsprechungen in den übrigen germanischen Sprachen fehlen und die lautlich vergleichbaren Wörter sind semantisch zu verschieden für eine Rekonstruktion, so dass eine Herleitung unsicher bleibt. Als lautlich verwandt kann englisch boast → en prahlen, norwegisch baus → no heftig, stolz, übermütig (wenn ursprünglich aufgeblasen) angesehen werden.[2][3]

Synonyme:

[1] bösartig, boshaft, falsch, gefährlich, gemein, gemeingefährlich, gnadenlos, heimtückisch, herzlos, negativ, schlecht, schlimm, übel, unbarmherzig, ungut, unmenschlich
[2] missmutig, unfreundlich, verärgert, wütend

Gegenwörter:

[1] barmherzig, freundlich, gut, gutherzig, lieb, menschlich, nett, positiv, richtig

Oberbegriffe:

[1] ethisch, moralisch

Unterbegriffe:

[1] geizig, gewalttätig

Beispiele:

[1] Er ist ein durch und durch böser Mensch.
[2] Sie ist sehr böse auf dich.

Redewendungen:

[1] böses Blut machen
[1] Es sieht böse aus.
[2] der böse Blick
gute Miene zum bösen Spiel machen

Wortbildungen:

bitterböse, bös, bösartig, Böse (Substantiv), Bösewicht, boshaft, Boshaftigkeit, Bosheit

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854-1961 „böse
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „böse
[1, 2] canoo.net „böse
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonböse
[1, 2] The Free Dictionary „böse

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854-1961 „böse
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „böse“.
  3. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, Seite 143, unter böse