anstellen

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anstellen (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich stelle an
du stellst an
er, sie, es stellt an
Präteritum ich stellte an
Konjunktiv II ich stellte an
Imperativ Singular stell(e) an
Plural stellt an
Perfekt Partizip II Hilfsverb
angestellt haben
Alle weiteren Formen: anstellen (Konjugation)

Worttrennung:

an·stel·len, Präteritum: stell·te an, Partizip II: an·ge·stellt

Aussprache:

IPA: [ˈanˌʃtɛlən], ich [ˌʃtɛlə ˈʔan], Präteritum: [ˌʃtɛltə ˈʔan], Partizip II: [ˈaŋɡəˌʃtɛlt]
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] einen Gegenstand an einen anderen anlehnen
[2] jemandem eine Arbeitsstelle bieten
[3] etwas vollbringen
[4] bei bestimmten abstrakten Substantiven (immer im Plural) so viel wie tätigen, unternehmen, also die durch das Substantiv ausgedrückte Tätigkeit zur Ausführung bringen
[5] etwas mit jemandem oder mit etwas anstellen: etwas (oft, aber nicht immer, Schlimmes) mit einer Person oder einem Gegenstand tun, wobei die Person oder der Gegenstand das passive Opfer (oder „Opfer“) ist
[6] einen Streich spielen, ein Malheur verursachen
[7] Helvetismus sowie umgangssprachlich: einschalten
[8] reflexiv, sich anstellen: sich einer Warteschlange anschließen
[9] reflexiv, sich anstellen: sich in bestimmter Weise einer Aufgabe beziehungsweise einer Herausforderung stellen
[10] reflexiv, sich anstellen: wehleidig herumjammern; um Schmerzen, Krankheiten und sonstige Beeinträchtigen des Wohlbefindens viel Aufhebens machen

Herkunft:

aus an- und stellen; stand bis ins 19. Jahrhunder auch für „veranstalten[1]

Synonyme:

[1] anlehnen, beistellen
[2] einstellen, anheuern (Schifffahrt), engagieren (Theater/Musik), veraltet: dingen
[3] bewerkstelligen, fertigbringen, schaffen
[4] tätigen, unternehmen
[5] salopp: veranstalten
[6] ausfressen, anrichten, verzapfen
[7] anmachen, anschalten, anknipsen, schriftsprachlich: einschalten
[8] sich einreihen
[9] sich benehmen, sich führen, sich geben, sich verhalten
[10] sich zieren

Sinnverwandte Wörter:

[10] simulieren, markieren (entbehrt im Gegensatz zum Sich-Anstellen der realen Grundlage)

Gegenwörter:

[2] entlassen
[7] abstellen, ausstellen, ausmachen, ausknipsen, ausschalten
[10] die Zähne zusammenbeißen

Beispiele:

[1] Du musst die Leiter richtig anstellen.
[2] Er war bei einer Tochterfirma angestellt.
[3] Ich weiß nicht, wie ich das anstellen soll.
[4] Im darauffolgenden Jahr stellte die Familien Nachforschungen zum Verbleib ihres Sohnes an.
[5] Wenn man bedenkt, was die Ärzte vor Opas Tod noch alles mit ihm angestellt haben …
[5] Was hast du mit meinem Rechner angestellt?
[5] Wer weiß, was sie im Gefängnis mit ihr angestellt haben!
[6] Na, was hast du nun schon wieder angestellt?
[7] Ich hab’ die Heizung schon mal angestellt.
[8] Sie müssen sich hinten anstellen!
[9] Die stellt sich ganz schön dusselig an!
[10] „Puh, den Gestank hält ja kein Mensch aus!“ – „Ach komm, stell dich nicht so an!
[10] „Das war aber ein übles Foul!“ – „Ach was, der stellt sich bloß an!

Charakteristische Wortkombinationen:

[4] Berechnungen anstellen, Betrachtungen anstellen, Experimente anstellen, Nachforschungen anstellen, Überlegungen anstellen, Untersuchungen anstellen, Vergleiche anstellen, Versuche anstellen
[8] sich hinten anstellen
[9] sich gut anstellen, sich schlecht anstellen, sich schlau anstellen, sich blöd anstellen

Wortbildungen:

Angestellte, Anstalt, Anstellerei, anstellig, Anstellung

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2, 3, 6, 9, 10] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854-1961 „anstellen
[2, 3, 4, 8, 9] Goethe-Wörterbuch „anstellen
[1, 2, 4, 6–9] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „anstellen
[1, 2, 6, 7, 10] canoo.net „anstellen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonanstellen
[1–4, 6–10] The Free Dictionary „anstellen

Quellen:

  1. siehe Grimm und Goethe-Wörterbuch

Ähnliche Wörter:

abstellen, anbellen, anstelle, Anstellung