anlassen

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anlassen (Deutsch) [Bearbeiten]

Verb [Bearbeiten]

  Person Wortform
Präsens ich lasse an
du lässt an
er, sie, es lässt an
Präteritum ich ließ an
Partizip II   angelassen
Konjunktiv II ich ließe an
Imperativ Singular lass(e) an!
Plural lasst an!
Hilfsverb   haben
Alle weiteren Formen: anlassen (Konjugation)

Worttrennung:

an·las·sen, Präteritum: ließ an, Partizip II: an·ge·las·sen

Aussprache:

IPA: [ˈanˌlasn̩], Präteritum: [ˌliːs ˈan], Partizip II: [ˈanɡəˌlasn̩]
Hörbeispiele: —, Präteritum: —, Partizip II:

Bedeutungen:

[1] etwas in Funktion setzen
[2] die Funktion einer Sache aufrechterhalten
[3] Kleidung anbehalten
[4] reflexiv sich darstellen, sich präsentieren, sich zeigen; es startet
[5] jemanden heftig, scharf kritisieren, schelten
[6] den Stahl nach dem Härten oder Schweißen auf Temperatur bringen

Herkunft:

Das Verb anlassen setzt sich aus dem Adverb an- in der Bedeutung von „beginnend, andauernd“ und dem selbständigen Verb lassen zusammen.

Synonyme:

[1] aufdrehen, einschalten, starten, zum Laufen bringen
[2] eingeschaltet lassen, laufen lassen
[3] anbehalten
[4] sich: darstellen, präsentieren oder zeigen; starten
[5] umgangssprachlich jemanden angehen oder anfahren
[6] erwärmen

Gegenwörter:

[1] abdrehen, anhalten, ausschalten, beenden, stoppen
[2] stillstehen lassen
[3] ablegen, ausziehen
[4] sich verbergen, es endet
[5] loben, schmeicheln
[6] abkühlen

Oberbegriffe:

[1] beginnen, initiieren
[2] beibehalten
[3] kleiden
[4] erscheinen
[5] beurteilen
[6] herstellen

Beispiele:

[1] Du kannst mittlerweile schon den Motor anlassen.
[1] Früher musste man den Propeller eines Flugzeuges per Hand anlassen.
[2] Soll ich das Licht im Wohnzimmer noch anlassen?
[2] Bitte lass das Radio noch an, weil gleich die Nachrichten kommen!
[3] Ich würde an deiner Stelle den Mantel noch anlassen, weil die Heizung ausgefallen ist.
[3] Du kannst ohne weiteres das Kleid anlassen.
[4] Der neue Lehrling lässt sich gut an.
[4] Die Sache, die wir neulich besprochen haben, lässt sich nicht so besonders an.
[5] Ich fuhr über seinen Anblick zusammen und erwartete, hart von ihm angelassen zu werden; aber ich irrte mich glücklicherweise; seine Miene hatte nichts Strenges.[1]
[5] Napoleon war in der Nacht an Halle durchpassiert, hatte draußen vor dem Tore umspannen lassen, die akademischen Behörden, die ihm ihre Aufwartung machen wollten, heftig angelassen und ihnen unter schweren Drohworten für ihre Personen kurzweg erklärt, er brauche keine Studenten, sondern nur Soldaten und Bauern.[2]
[6] Nach dem Härten oder dem Schweißen von Stahl kann das Werkstück durch Erwärmen auf Temperaturen unterhalb des Umwandlungspunktes A1 (723 °C) angelassen werden.[3]
[6] Gehärteter Stahl wird umso weicher, je höher man ihn anlässt.

Redewendungen:

[4] das Geschäft lässt sich gut an
[4] das Wetter lässt sich gut an
[4] die Woche lässt sich gut an

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Maschine, Motor anlassen
[2] Computer, Licht, Fernsehgerät, Radio, Strom anlassen
[3] Hose, Kleid, Mantel anlassen
[4] er, sie, es lässt sich gut, nicht besonders an
[5] heftig anlassen
[6] Stahl anlassen

Wortbildungen:

Anlass, Anlassen, anlässlich

Übersetzungen [Bearbeiten]

Dialektausdrücke:

  • Alemannisch:
  • Bairisch:
  • Kölsch:

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „anlassen
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „anlassen
[1] canoo.net „anlassen
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonanlassen
[6] Wikipedia-Artikel „Anlassen

Quellen:

  1. GutenbergWiktionary:Literaturliste: Christoph Martin Wieland, Dschinnistan
  2. GutenbergWiktionary:Literaturliste: Karl (Leberecht) Immermann, Preußische Jugend zur Zeit Napoleons
  3. Wikipedia-Artikel „Anlassen

Ähnliche Wörter:

ablassen, anblasen, anfassen, Anlass