Woge

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des Jahres 2011 das Wort der Woche.

Woge (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Woge die Wogen
Genitiv der Woge der Wogen
Dativ der Woge den Wogen
Akkusativ die Woge die Wogen
[1] eine Woge

Worttrennung:

Wo·ge, Plural: Wo·gen

Aussprache:

IPA: [ˈvoːɡə], Plural: [ˈvoːɡn̩], [ˈvoːɡŋ̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild österreichisch: Woge (Info), Lautsprecherbild Woge (Info), Plural: Lautsprecherbild österreichisch: Wogen (Info), Plural: Lautsprecherbild Wogen (Info)
Reime: -oːɡə

Bedeutungen:

[1] gehoben, poetisch: große und starke Wasserwelle
[2] übertragen: Äußerung eines Gefühles oder etwas Ähnlichen durch viele Menschen

Herkunft:

Woge geht auf das mittelniederdeutsche wāge → gml ‚Wasser, das bewegt ist‘ zurück. Verwandte Formen sind das mittelniederländische wāge → dumFlut‘, das mittelhochdeutsche wage → gmhBewegung‘ sowie das mittelhochdeutsche wāc → gmhStrömung, Fluss, Wasser‘ und das althochdeutsche waga → goh sowie das althochdeutsche wāg → gohstürmisches Meer‘. Hierzu gehören auch das altsächsische wāg → osx, das altenglische wǣg → ang ‚Flut, Woge‘, das altnordische vāgr → non ‚Meer, Bucht; Eiter‘ und das gotische wēgs → gotBrandung‘. All diese Wörter stammen von der indoeuropäischen Wurzel *ṷeĝh-bewegen, ziehen‘ ab.[1]
Woge hatte seit dem 15. Jahrhundert neben der ursprünglichen Bedeutung ‚bewegtes Wasser‘ dann auch die Bedeutung ‚Bewegung des Wassers‘. Zunächst breitete das Wort sich im Verlauf des 13. Jahrhunderts rheinaufwärts aus und stieß in mitteldeutsches Gebiet vor. Durch das Mittelhochdeutsche wurde aus wāge → gmh mittels Verdumpfung des ā zu einem ō und es entstand das frühneuhochdeutsche Woge, welches von Martin Luther während des 16. Jahrhunderts in die Literatursprache eingeführt wurde. Im Oberdeutschen blieb Woge jedoch zunächst noch fremd. Erst im 18. Jahrhundert konnte es sich auch hier etablieren.[1]

Synonyme:

[2] Welle

Sinnverwandte Wörter:

[1] Dünung, Schwell

Oberbegriffe:

[1] Seegang

Beispiele:

[1] Es war der schlimmste Tag im Leben meiner Schwester, als ihr kleiner Sohn vor einem kalifornischen Strand von einer Woge erfasst und gegen einen Fels geschleudert wurde.
[1] „Oft verschwand es unter den haushohen Wogen, so daß man schon dessen Verlust befürchtete. Aber die Seemannskunst des wackeren Kapitäns bestand in diesem Aufruhr der Elemente ihre härteste Probe.“[2]
[2] Eine Woge des Mitgefühls brandete durch das Land.
[2] Bei der Rückkehr der erfolgreichen Sportler überrollte sie eine Woge der Begeisterung.

Redewendungen:

[1] die Wogen glätten
[1] die Wogen glätten sich

Wortbildungen:

wogen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1942.
[1] wissen.de – Wörterbuch „Woge
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Woge
[*] canoo.net „Woge
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonWoge
[1, 2] The Free Dictionary „Woge
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Woge
[1] Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart „Woge
[1] Pierer’s Universal-Lexikon „Woge“, Band 19, 1865. Seite 315.
[1, 2] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Woge

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Stichwort „Woge“, Seite 1577.
  2. Ferdinand Emmerich: Auf den Antillen, Verlag Erich Stolpe, 1929. Zitiert nach Gutenberg.