U-Boot

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U-Boot (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ das U-Boot die U-Boote
Genitiv des U-Bootes der U-Boote
Dativ dem U-Boot den U-Booten
Akkusativ das U-Boot die U-Boote
[1] ein militärisches U-Boot

Worttrennung:

U-Boot, Plural: U-Boo·te

Aussprache:

IPA: [ˈuːboːt], Plural: [ˈuːˌboːtə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild U-Boot (Info), Plural:

Bedeutungen:

[1] Militär: Kurzform für Unterseeboot
[2] Wissenschaft: eine absichtliche, falsche und freie erfundene Fußnote in wissenschaftlichen Arbeiten und damit eine Wissenschaftsfälschung.
[3] Wissenschaft, Lexikografie: eine oft humoristische, frei erfundene Bemerkung oder Passage in wissenschaftlichen Werken oder Lexikonartikeln (neuerdings auch im Quellcode von Softwaresystemen), die dem Autor beim Schreiben wie dem Leser - so er sie entdeckt - viel Freude bereitet. Solche U-Boote können, den Umfang eines eigenständigen Artikels, ja eines gesamten Werkes einnehmen.
[4] Wirtschaft: ein (Entwicklungs-)Projekt, das ohne Genehmigung und ohne extra Budget in einer Firma durch Eigeninitiative der Mitarbeiter entsteht. Gelegentlich wird daraus ein marktreifes Produkt weiterentwickelt.

Synonyme:

[1] Unterseeboot
[3] fingierter Artikel, Nihilartikel, Grubenhund

Gegenwörter:

[1] Fregatte, Korvette, Kreuzer, Schlachtschiff, Schnellboot, Torpedoboot, Unterseeboot, Zerstörer

Oberbegriffe:

[2] Wissenschaftsfälschung

Unterbegriffe:

[1] Forschungs-U-Boot, Handels-U-Boot

Beispiele:

[1] „Auch die großen Schiffe empfingen das U-Boot mit Hurras und Musik...“[1]
[1] „Hier im Nordatlantik sollten wir mit einigen anderen deutschen U-Booten zusammentreffen.“[2]
[1] „Er betrachtete das U-Boot als revolutionär; so revolutionär, daß es eines Tages Überwasserstreitkräfte überflüssig und unnütz machen würde.“[3]
[1] „Immer weniger U-Boote kehrten von Feindfahrten zurück.“[4]
[3] Auch in der 19. Auflage hat die Redaktion des Brockhaus wieder ein U-Boot versenkt.[5]
[3] Bau und Leben der Rhinogradentia (dt.: Nasenschreitlinge) - inspiriert von Christian Morgensterns Gedicht "Das Nasobēm" und verfasst von Prof. Dr. Harald Stümpke (sic) - ist das wohl bekannteste U-Boot der biologischen Fachliteratur. Wikipedia klassifiziert das Werk korrekterweise als "wissenschaftlichen Witz".[6]
[4] Open Source fördert "U-Boot Projekte" in Konzernen[7]

Wortbildungen:

[1] U-Boot-Besatzung, U-Boot-Hafen, U-Boot-Krieg, U-Boot-Post

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „U-Boot
[1–4] Wikipedia-Artikel „U-Boot (Begriffsklärung)
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „U-Boot
[1] canoo.net „U-Boot
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonU-Boot



Quellen:

  1. Joachim Ringelnatz: Als Mariner im Krieg. Diogenes, Zürich 1994, Seite 61. ISBN 3-257-06047-5. (Der Text erschien unter dem Namen Gustav Hester im Jahr 1928.)
  2. Klaus Willmann: Das Boot U 188. Zeitzeugenbericht aus dem Zweiten Weltkrieg. Rosenheimer, Rosenheim 2008, Seite 7. ISBN 978-3-475-53954-1.
  3. Michael L. Hadley: Der Mythos der deutschen U-Bootwaffe. Mittler, Hamburg/Berlin/Bonn 2001, Seite 20. ISBN 3-8132-0771-4.
  4. Günter Grass: Im Krebsgang. Eine Novelle. Steidl, Göttingen 2002, ISBN 3-88243-800-2, Seite 86.
  5. Als Beispiel für solch ein humorvoll, gutartiges U-Boot siehe: Brockhaus-Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Vierundzwanzigster Band: Wek–Zz und vierter Nachtrag, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1994, ISBN 3-7653-1124-3, DNB 940769190, „Zecken“, Seite 460: „... Man unterscheidet die Lederzecken ... und die Schildzecken ... Zu letzteren gehören u.a. die ausschließlich am Menschen saugende Gemeine Steuer-Zecke (Ixodes fiscalis), die sich - urspr. endemisch auf der Iller-Lech-Platte - mittlerweile über ganz Dtl. ausgebreitet hat, ...“ (Anmerkung des Wiktionary-Verfassers: Mit der „Gemeinen Steuer-Zecke“ (wiss. Name: Ixodes fiscalis) ist wohl der zur Zeit der Herausgabe dieses Lexikonbandes (1994) amtierende bundesdeutsche Finanzminister Theo Waigel gemeint gewesen, der aus dem in Frage stehenden Gebiet stammt.)
  6. Stümpke, Harald: Bau und Leben der Rhinogradentia. 1. Auflage, 83 S., Stuttgart: Gustav Fischer Verlag, 1961, ISBN 3-437-30083-0
    Prof. Dr. Harald Stümpke: Bau und Leben der Rhinogradentia. Spektrum Akademischer Verlag, 2001, ISBN 3-8274-1196-3
  7. Open Source fördert "U-Boot Projekte" in Konzernen (http://innovationwings.ch/weblog/wordpress/?p=2249)