Pest

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Wechseln zu: Navigation, Suche

Pest (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Pest die Pesten
Genitiv der Pest der Pesten
Dativ der Pest den Pesten
Akkusativ die Pest die Pesten

Worttrennung:

Pest, Plural: Pes·ten

Aussprache:

IPA: [pɛst], Plural: [ˈpɛstn̩]
Hörbeispiele: —
Reime: -ɛst

Bedeutungen:

[1] ohne Plural, Medizin: hochgradig ansteckende Krankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht wird.
[2] konkrete Pestepidemie, in einem bestimmten Zeitraum und bestimmtem Gebiet
[3] ohne Plural, Tiermedizin: eine Reihe von Tierkrankheiten, zum Beispiel die Geflügelpest
[4] Chemie: die Zinnpest, die allotrope Umwandlung von Zinn

Herkunft:

seit dem 14. Jahrhundert bezeugt; von lateinisch pestilentia, zu pestis,Seuche, Unglück[1]

Synonyme:

[1] Pestilenz, Schwarzer Tod

Oberbegriffe:

[1] Infektionskrankheit, Zoonose

Unterbegriffe:

[1] Man unterscheidet vier Erscheinungsformen der Pest: Beulenpest auch Bubonenpest genannt (gr. bubo = Beule), Pestsepsis, Lungenpest sowie die abortive Pest
[2] Geflügelpest, Hasenpest, Katzenpest, Rinderpest, Schweinepest
Brunnenpest, Bubonenpest, Budapest, Drüsenpest, Ölpest, verpesten, Wasserpest, Zinnpest

Beispiele:

[1] "In wichtigen Fragen hat man meist zwischen Pest und Cholera zu wählen." - (Dean Acheson)
[1] „Mittlerweile war es ein offenes Geheimnis, dass sie die Pest an Bord hatten.“[2]
[2] „In der langen Zeit von 1540 bis 1740 sind viele Pesten, äusserliche und innerliche Kriege gewesen.“[3]
[2] „Viele Pesten kommen nämlich, die nicht tödlich wären, sie sind aber doch tödlich, weil Zufälle wie Gelbsucht, Wassersucht, Paralyse etc. hinzukommen.“[4]
[2] „Denn als das heilige Land wieder in die Hände der Ungläubigen gefallen war, und später die Einfälle der Türken in Europa immer häufiger wurden, schreckliche Pesten die Länder durchzogen, und unsere Meere und Küsten Jahrhunderte lang vor den afrikanischen Raubstaaten zittern mußten, in diesen Zeiten, wo es der größten Anstrengung bedurft hätte, um den Christen Schutz und Hülfe zu bringen, da waren, ungeachtet des höchsten Bedürfnisses, die Orden so herabgekommen, daß ihr Untergang bevorzustehen schien.“[5]
[3] Schweinepest ist eine durch Viren übertragene Seuche. Ist die Pest erst einmal ausgebrochen, muss der gesamte Bestand getötet und entsorgt werden.
[4] Außerdem ist mir Zinnpest bisher nur bei reinem Zinn bekannt und nicht bei Legierungen, wo es nur Nebenbestandteil oder in Spuren vorhanden ist. Und schon Zinngeschirr ist enorm haltbar und ohne Pest - Erscheinungen.[6]

Redewendungen:

[1] etwas hassen wie die Pest, jemandem die Pest an den Hals wünschen, etwas stinkt wie die Pest

Wortbildungen:

Pestacker, Pestanfall, Pestanstalt, pestartig, Pestarzt, Pestausbruch, Pestauswuchs, Pestbalsam, Pestbarbier, Pestbaum, Pestbediente, Pestbeule, Pestblase, Pestblatter, Pestbrief, Pestbuch, Pestdampf, Pestdrüse, Pestdunst, Pesteiter, Pestelenz, pesteln, pesten, Pestepedemie, pesterfüllt, pesterkrankt, Pestessig, Pestfall, Pestfieber, Pestfleck, Pestfluchthaus, pestfrei, Pestgeschwulst, Pestgeruch, Pestgift, Pesthaft, Pesthauch, Pesthaus, Pesthebamme, Pestheiler, Pestherd, Pesthof, pestialisch, pestieren, pestig, Pestilenz, Pestin, Pestizid, Pestjahr, Pestkanzel, Pestkarren, Pestkirchhof, Pestkohle, pestkrank, Pestkrankheit, Pestkrebs, Pestkreuz, Pestkur,Pestopfer, Pestsalbe, Pestsäule, Pestschaden, Pestschliere, Pestschwären, Pestschwanger, Pestsender, Pestseuche, Pestspital, Peststadt, Peststein, Peststrahl, Peststriemen, Pestwurz, Pestzug

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–4] Wikipedia-Artikel „Pest
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Pest
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Pest
[1] canoo.net „Pest
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonPest

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 692
  2. Colleen McCullough: Insel der Verlorenen. Roman. Limes, München 2001, ISBN 3-8090-2459-7, Seite 312.
  3. Johann Peter Süßmilch: Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, Erster Theil, 4. Ausgabe, 1775, Seite 245
  4. Klaus Bielau (Hrsg.): Paracelsus Lesebuch, 1. Teil, 2004, Seite 180
  5. Ursprung und Umwandlung der geistlichen Hospital- und Ritterorden, in: Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland, Zweiter Band 1851, Seite 622f.
  6. Homepage der Fahrergemeinschaft Tischeisenbahn, gelesen 06/2012


Substantiv, Toponym[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ Pest
Genitiv Pests
Dativ Pest
Akkusativ Pest

Worttrennung:

Pest, kein Plural

Aussprache:

IPA: [pɛst]
Hörbeispiele: —
Reime: -ɛst

Bedeutungen:

[1] eine der drei Ursprungsstädte des heutigen Budapest

Beispiele:

[1] Pest ist ein hübscher Stadtteil am östlichen Ufer der Donau.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Pest (Stadt)

Ähnliche Wörter:

Fest