Parole

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Parole (Deutsch)

[Bearbeiten] Substantiv, f

Kasus Singular Plural
Nominativ die Parole die Parolen
Genitiv der Parole der Parolen
Dativ der Parole den Parolen
Akkusativ die Parole die Parolen

Worttrennung:

Pa·ro·le, Plural: Pa·ro·len

Aussprache:

IPA: [paˈʀoːlə], Plural: [paˈʀoːlən]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] Kennwort, Codewort (meist bei militärischen, polizeilichen, verbrecherischen oder anderweitig zu tarnenden, geheimzuhaltenden Handlungen)
[2] meist politische Losung, Motto, Wahlspruch
[3] abwertend: zur Aufwiegelung, Hetze, Provokation, geeignete Falschmeldung, Gerücht

Herkunft:

frz. "parole" "Wort, Spruch", das wiederum auf lateinisch parabola → la, griechisch παραβολή (parabolē) → grc "Vergleichung, Gleichnis" zurückgeht.[1]

Synonyme:

[1] Codewort/ Kodewort, Deckwort, Identifikation, Identifikationsnummer, Identifikationswort, Kennung, Kennwort, Passwort
[2] Losung, Motto, Wahlspruch

Beispiele:

[1] „Halt! Parole?“ „Nullacht“ „Fünfzehn! Passieren!“
[1] „Noch war ich nicht lange durch den Sand marschiert, als ein Posten mich anrief und Parole forderte.“[2]
[2] „Hier wird nicht gemeckert, hier gibt es Dampf, denn unsre Parole ist Klassenkampf!“ (Erich Weinert: „Der Rote Wedding“)
[3] „Einfältigkeit oder Lust an der Provokation, auf Parolen brauner Wölfe im Schafspelz hereinzufallen?“ (Internet-Beleg)

[Bearbeiten] Übersetzungen

Dialektausdrücke:

  • Alemannisch:
  • Bairisch:

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Wikipedia-Artikel „Parole
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Parole
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Parole
[1, 2] canoo.net „Parole
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonParole

Quellen:

  1. Duden. Deutsches Universalwörterbuch. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007. ISBN 3-411-05506-5
  2. Joachim Ringelnatz: Als Mariner im Krieg. Diogenes, Zürich 1994, S. 195. ISBN 3-257-06047-5. (Der Text erschien unter dem Namen Gustav Hester im Jahr 1928.)


[Bearbeiten] Substantiv, f

Kasus Singular Plural
Nominativ die Parole
Genitiv der Parole
Dativ der Parole
Akkusativ die Parole

Worttrennung:

Pa·ro·le, kein Plural

Aussprache:

IPA: [paˈʀɔl]
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] Linguistik: von Saussure eingeführter Begriff für die Sprachverwendung (im Gegensatz zum Sprachsystem)

Herkunft:

frz. "parole" "Rede". Der französische Begriff ist nach Glück die Wiedergabe des deutschen Begriffs "Rede".[1]

Synonyme:

[1] Äußerung, Rede, Sprachverwendung

Sinnverwandte Wörter:

[1] Performanz

Gegenwörter:

[1] Langue, Sprachsystem

Oberbegriffe:

[1] Langage, Sprache

Beispiele:

[1] Man muss die Parole von den Regeln und Einheiten des Sprachsystems unterscheiden.
[1] „Unter dem Oberbegriff der Langage unterscheidet er dichtotomisch (...) zwischen Langue und Parole.“[2]
[1] „Mit der Distributionsanalyse ermittelt man die syntagmatischen Beziehungen, d. h. die Verbindbarkeit (auf der Ebene der Langue) und die Verbindung (auf der Ebene der Parole) des zu untersuchenden Elements mit anderen Elementen in der Redekette.“[3]
[1] „Diese Einwände mögen zum Teil auf die meines Erachtens unzulässige saussuresche Abwertung der Parole abheben, sicherlich eine der folgenschwersten frühen Weichenstellungen des letzten Jahrhunderts.“[4]

[Bearbeiten] Übersetzungen

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Parole (Sprachwissenschaft)
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonParole
[1] Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002. Stichwort: „Parole“. ISBN 3-520-45203-0.
[1] Helmut Glück (Hrsg.), unter Mitarbeit von Friederike Schmöe: Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage, Stichwort: „Parole“. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2005. ISBN 978-3-476-02056-7.
[1] Theodor Lewandowski: Linguistisches Wörterbuch. 4., neu bearbeitete Aufl. Quelle & Meyer, Heidelberg 1985, Stichwort: „parole“. ISBN 3-494-02050-7.

Quellen:

  1. Glück, Stichwort „Parole“.
  2. Albert Busch, Oliver Stenschke: Germanistische Linguistik. Narr, Tübingen 2007, S. 21. ISBN 978-3-8233-6288-3. Die französischen Begriffe sind in Kapitälchen gedruckt.
  3. Thea Schippan: Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. Niemeyer, Tübingen 1992, S. 113. ISBN 3-484-73002-1.
  4. Sigurd Wichter: Gesellschaftliche Kommunikation als linguistischer Gegenstand. In: Helmut Henne, Horst Sitta, Herbert Ernst Wiegand (Hrsg.): Germanistische Linguistik: Konturen eines Faches. Niemeyer, Tübingen 2003, S. 67-95, Zitat: S. 68. ISBN 3-484-31240-8.

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