Omuramba

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Inhaltsverzeichnis

Omuramba (Deutsch) [Bearbeiten]

Substantiv, m, f [Bearbeiten]

Kasus Singular 1 Singular 2 Plural 1 Plural 2 Plural 3 Plural 4
Nominativ der Omuramba die Omuramba die Omiramba die Omurambas die Omiramben die Omuramben
Genitiv des Omuramba
des Omurambas
der Omuramba der Omiramba der Omurambas der Omiramben der Omuramben
Dativ dem Omuramba der Omuramba den Omiramba den Omurambas den Omiramben den Omuramben
Akkusativ den Omuramba die Omuramba die Omiramba die Omurambas die Omiramben die Omuramben

Anmerkung zum Genus:

Zwar weist Pütz das Wort als Femininum aus[1], jedoch lassen sich in der Literatur weitaus mehr Belege für den Gebrauch des Wortes als Maskulinum finden (siehe Beispiele).

Anmerkung zu den Pluralformen:

Laut Nöckler folgt die Pluralform »Omurambas« dem afrikaansen Vorbild.[2] Die Pluralbildung »Omiramben« scheint eine Doppelform aus der Otjiherero-Pluralform omiramba → hz und der deutschen Pluralendung -en zu sein[2], bleibt jedoch letzlich unerklärlich[3]. Gleiches gilt wohl für die Pluralform »Omuramben«, die ebenfalls in älterer Literatur vorkommt (siehe Beispiele).

Worttrennung:

Omu·ram·ba, Plural 1: Omi·ram·ba, Plural 2: Omu·ram·bas, Plural 3: Omi·ram·ben, Plural 4: Omu·ram·ben

Aussprache:

IPA: [ˌomuˈʀamba], Plural 1: [ˌomiˈʀamba], Plural 2: [ˌomuˈʀambas], Plural 3: [ˌomiˈʀambn̩], [ˌomiˈʀambm̩], Plural 3: [ˌomuˈʀambn̩], [ˌomuˈʀambm̩]
Hörbeispiele: —, Plural 1: —, Plural 2: —, Plural 3: —, —, Plural 4: —, —

Bedeutungen:

[1] Namibia: ein sich durch den Nordosten der Kalahari-Wüste erstreckender, prähistorisch entstandener, breiter und flacher, mulden- oder talförmiger Trockenflusslauf mit zumeist geringem Gefälle und lehmigem Flussbett, in dem sich bei heftigem Regenfall stellenweise Wasser zu einzelnen Tümpeln sammelt, und der zumeist nur am Schwemmland und dessen angesiedelter Vegetation erkennbar ist

Herkunft:

Entlehnung aus dem Otjiherero mit der wortwörtlichen Bedeutung ‚Tal[4][5]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Trockenfluss, Trockental, Wadi; Namibia: Rivier; Namibia, Südafrika (KwaZulu-Natal): Donga, Fleh/Vleh/Vlei/Vley

Gegenwörter:

[1] perennierender Fluss, Strom

Oberbegriffe:

[1] intermittierendes Gewässer

Unterbegriffe:

[1] episodischer Fluss; periodischer Fluss

Beispiele:

[1] „Der Omuramba ist eine Niederung, welche die ungeheure Ebene von SW. nach NO. durchschneidet, seinen Ursprung in der Nähe von Omatalo hat, aber, wohin er geht, weiß Niemand zu sagen.“[6]
[1] „Die Omuramba ist in der Regenzeit nicht bloß gefüllt, sondern läßt sogar das Wasser überströmen und überschwemmt die Ufer.“[7]
[1] „[…] habe ich wiederholt gesehen, daß ein typisches ‚Rivier‘ sich in die weite flache Mulde eines ‚Omuramba‘ eingeschnitten hat.“[8]
[1] „[…] hebt dann die ortsüblichen Bezeichnungen ‚Rivier und Omuramba‘ hervor und sucht den mit dem erstgenannten Ausdruck bezeichneten Wasserläufen den Flußcharakter zu wahren, während die Omuramben als ‚nur vom Regenwasser durchflutete Talsenkungen‘ bezeichnet werden.“[9]
[1] „Sehr oft begleiten solche Omiramben als Uferlandschaft die tief eingeschnittenen Riviere, sehr oft auch nehmen Riviere intermittierend die Gestalt von Omiramben an, und das Schwemmland wasserreicher Riviere hat in ausgedehnten Senken sehr oft ganz den Charakter des Omuramba, besonders dort, wo große Bogen den Lauf der Riviere ablenken.“[10]
[1] „Der Kral war auf der anderen Seite des Omurambas, dort wurde auch geweidet.“[11]
[1] „Die Omuramben dagegen sind Täler mit einem breiten, lehmbedeckten Bett, das mit Gras oder anderer Vegetation bestanden ist. Selten haben sie einen zusammenhängenden Wasserlauf; meist zeigen sie zur Zeit der Wasserführung nur eine lockere Kette von einzelnen Tümpeln. Oft erkennt man die Omuramben nur am Schwemmland, ohne daß sich ein eigentliches Bett abhebt. […]In Sand- und Kalkgebieten, wo dem Fluß viel Wasser durch Versickern entzogen wird, kann auch bei starkem Gefälle ein Omuramba entstehen. Bei verschiedenen Tälern wechseln Rivier und Omuramba mehrfach nacheinander ab, weil sich diese Bedingungen wiederholt ändern. Je kleiner eine Flußstrecke ist, desto beschränkter ist das zugehörige Einzugsgebiet, desto bescheidener also die Wasserführung, desto eher neigt sie zum Omuramba.[12]
[1] „Stärkere Neigung der Landschaft läßt mehr Riviere entstehen, geringes allgemeines Relief aber mehr Omuramben. Der Swakop könnte zum Omuramba werden, wenn er längere Zeit nicht oder nicht stark genug abkommt und sich die Vegetation ansiedelt; dann kommt gelegentlich aber doch eine starke Flut und entfernt wieder die angesiedelten Pflanzen.“[13]
[1] „Ihre Grasbestände auf geröllfreiem Schwemmboden dienten dem Vieh bei ungeregelter Weidewirtschaft (Standweide) als bevorzugte Futterquelle; die von den Herden benutzten Trampelpfade in der Sohle dieser Senken wirkten als Drain und öffneten die Omiramben für die Erosion, so daß heute tiefgreifende Schlote (Dongas) für einen unerwünschten raschen Wasserabfluß sorgen.“[14]
[1] „Ein Omuramba (Pl: Omiramba) ist eine langgezogene Senke, in denen sich bei gutem Regen Wasser sammelt.“[15]
[1] „Auf dem Weg zu der Wasserstelle führt uns Drice durch eine Vielzahl von ‚Omiramba‘.[16]
[1] „Frau Böhme hat uns den Omuramba gezeigt, das Flussbett des trockenen Riviers, der nur alle zehn Jahre Wasser führt.“[17]

Wortbildungen:

[1] Nebenomuramba

Übersetzungen [Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Hrsg.): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Seite 37.
[1] Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon. 2. Band H–O, Quelle & Meyer, Leipzig 1920, DNB 368152839 (Online), Seite 680.
[1] Joe Pütz: Das grosse Dickschenärie. Dickschenärie I & II Kommbeind Riekonndischend Gemoddifeid und Gesuhpt. 1. Auflage. Peters Antiques, Swakopmund 2001, ISBN 978-9-991-65046-3, Seite 96.

Quellen:

  1. Joe Pütz: Das grosse Dickschenärie. Dickschenärie I & II Kommbeind Riekonndischend Gemoddifeid und Gesuhpt. 1. Auflage. Peters Antiques, Swakopmund 2001, ISBN 978-9-991-65046-3, Seite 96.
  2. 2,0 2,1 Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Hrsg.): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Seite 99.
  3. Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Hrsg.): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Seite 103.
  4. Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon. 2. Band H–O, Quelle & Meyer, Leipzig 1920, DNB 368152839 (Online), Seite 680.
  5. Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Hrsg.): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Seite 37.
  6. Dr. C. C. Ulmann, Dr. C. A. Berkholz (Hrsg.): Mittheilungen und Nachrichten für die evangelische Geistlichkeit Rußlands. 14. Band, Verlag von Edmund Götschel’s Buchhandlung, Riga 1858, Seite 428. Zitiert nach Google Books.
  7. Gustav Warneck, Julius Richter (Hrsg.): Allgemeine Missions-Zeitschrift. Monatshefte für geschichtliche und theoretische Missionskunde. 5. Band, M. Warneck, Berlin 1878, Seite 300. Zitiert nach Google Books.
  8. Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde. 98. Band, F. Vieweg und Sohn, Braunschweig 1910, Seite 382. Zitiert nach Google Books
  9. Kolonialamt (Hrsg.): Deutsches Kolonialblatt. Amtsblatt des Reichskolonialamt. 25. Band, Berlin 1914, Seite 705. Zitiert nach Google Books
  10. Paul Barth: Südwestafrika. Wirtschaftlicher Ratgeber und allgemeine Anleitung, besonders für Auswanderungslustige. John Meinert Ltd., Windhoek 1926, Seite 64. Zitiert nach Google Books.
  11. Karl Angebauer: Ovambo. Fünfzehn Jahr unter Kaffern, Buschleuten und Bezirksamtmännern. A. Scherl, Berlin 1927, Seite 84.
  12. Richard Pfalz: Beiträge zur Kolonialforschung. Hydrologie der deutschen Kolonien in Afrika. Reimer & Steiner, Berlin 1944, Seite 30. Zitiert nach Google Books.
  13. Richard Pfalz: Beiträge zur Kolonialforschung. Hydrologie der deutschen Kolonien in Afrika. Reimer & Steiner, Berlin 1944, Seite 31. Zitiert nach Google Books.
  14. South West Africa Scientific Society (Hrsg.): Journal. Bände 25–30, SWA Scientific Society. Windhoek 1971, Seite 22. Zitiert nach Google Books.
  15. Sven-Eric Kanzler: Im Lande der Baobabs und Omiramba. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 20. August 2004 (URL, abgerufen am 19. Oktober 2011).
  16. Dieter Reisenauer: Durchs wilde Buschmannland zu den Sandstrecken des Caprivi. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 6. Februar 2006 (URL, abgerufen am 19. Oktober 2011).
  17. Hannelise Kendzia: Unsere Jahre im Busch - Im Wildschutzgebiet von Etoscha. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 28. Mai 2007 (URL, abgerufen am 29. Juli 2007).


Substantiv, Toponym [Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ Omuramba
Genitiv Omuramba
Dativ Omuramba
Akkusativ Omuramba

Anmerkung zum Artikelgebrauch:

Der Artikel wird gebraucht, wenn „Omuramba“ in einer bestimmten Qualität, zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zeitabschnitt als Subjekt oder Objekt im Satz steht.

Worttrennung:

Omu·ram·ba, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˌomuˈʀamba]
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] Eigennamen aller namibischen Omiramba [I1]
[a] Eiseb
[b] Rietfontein
[c] Epukiro
[d] Omatako
[e] Khaudom
[2] Ortsbezeichnung
[a] Stadt in Namibia
[b] Siedlung im Nordwesten Namibias
[3] Eigenname vieler Farmen, Lodges und Camps
[4]
[a] Strassenname in Windhuk, Namibia
[b] Strassenname in Kapstadt, Südafrika

Oberbegriffe:

[1] Toponym, Eigenname, Name, Sprache

Unterbegriffe:

[1] Gegend, Region, Landstrich
[2–4] Ort

Beispiele:

[1]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Digitaler Atlas von Namibia

Ähnliche Wörter:

Omaruru, Omatako, Omukaindu, Omukonda, Omupräsidente, Owambo