Maschinerie

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Maschinerie (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Maschinerie die Maschinerien
Genitiv der Maschinerie der Maschinerien
Dativ der Maschinerie den Maschinerien
Akkusativ die Maschinerie die Maschinerien
[1a] Maschinerie für Druckerzeugnisse im Landesvermessungsamt Koblenz

Worttrennung:

Ma·schi·ne·rie, Plural: Ma·schi·ne·ri·en

Aussprache:

IPA: [maˌʃiːnəˈʀiː], Plural: [maˌʃiːnəˈʀiːən]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -iː

Bedeutungen:

[1] Technik:
[a] allgemein: komplexe, maschinelle Einrichtung oder mehrere zusammenwirkende Maschinen
[b] Bühnentechnik: maschinelle Einrichtungen des Theaters
[2] bildungssprachlich, pejorativ (abwertend): starres, einem Automaten gleichendes System, das nicht oder nur schwer von außen beeinflusst werden kann

Herkunft:

Lehnwort aus dem Französischen des 18. Jahrhunderts machinerie → fr[1], abgeleitet von machine → fr „Maschine“, aus lateinisch machina → la „Kriegsmaschine, Belagerungsmaschine“[2]
Wortbildung: Derivation (Ableitung) des Substantivs Maschine mit dem Suffix -erie

Synonyme:

[1] Apparat, Apparatur, Gerät
[2] Getriebe, Räderwerk

Sinnverwandte Wörter:

[1a] Maschinenpark, Vorrichtung

Oberbegriffe:

[1] Mechanik, Mechanismus
[2] Organisation, System

Unterbegriffe:

[1a] Getriebe, Motor, Triebwerk, Werk
[1b] Bühnenmaschinerie, Theatermaschinerie
[2] Amtsmaschinerie, Gerichtsmaschinerie, Gesetzesmaschinerie, Kriegsmaschinerie, Militärmaschinerie, Propagandamaschinerie, Staatsmaschinerie

Beispiele:

[1a] In Atomkraftwerken ist Energietechnik zu einer hochkomplexen Maschinerie verdichtet.[3]
[1a] Der Kapitän und die Passagiere ergehen sich unterdessen ruhig auf dem Verdecke, ruhig flattert die Flagge auf dem Seitenmast, und wer das Boot so ruhig dahinschwimmen sieht, ahnet nicht, welche gefährliche Maschinerie und welche Sorge und Not in seinem Bauche verborgen ist.[4]
[1b] Dieses Geschehen findet auf der großen Bühne statt, mit raffinierter Hydraulik-Verwandlung: Wenn Orpheus in die Unterwelt steigt, setzt die Maschinerie ganze Stockwerke in Bewegung.[5]
[1b] Dann entdeckte ich die Maschinerie des Vorhanges, und es gelang mir, denselben aufzuziehen. Da lag der Zuschauerraum dunkel und schwarz vor mir, […][6]
[2] Doch die Maschinerie war bereits in Gang gesetzt.[7]
[2] Dabei sind einige der Essays an sich durchaus lesenswert. Es werden konstruktive Einblicke in die bürokratische Maschinerie gewährt und lebensnahe Anekdoten über die Sprachenvielfalt in Brüssel erzählt.[8]
[2] Der Umgang mit Schwermut und Beklemmung gehört hier zum Alltag. Schon Stunden nach den Anschlägen schaltete also eine gut geölte Maschinerie in den fünften Gang - die Maschinerie der New Yorker Psychoindustrie.[9]

Charakteristische Wortkombinationen:

[2] bürokratische, politische, propagandistische, zelluläre Maschinerie

Wortbildungen:

[1b] Bühnenmaschinerie, Theatermaschinerie
[2] Amtsmaschinerie, Gerichtsmaschinerie, Gesetzesmaschinerie, Kriegsmaschinerie, Militärmaschinerie, Propagandamaschinerie, Staatsmaschinerie

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1b] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Maschinerie
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Maschinerie
[*] canoo.net „Maschinerie
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonMaschinerie
[1, 2] The Free Dictionary „Maschinerie
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9, Seite 844.
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1117f
  3. Gero von Randow: Bitte nicht stören. In: Zeit Online. 18. Juli 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 26. November 2011).
  4. Heinrich Heine: Reisebilder. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel VII: Die Schuld (URL).
  5. Heinz Josef Herbort: Getanzte irreale Wirklichkeit. In: Zeit Online. 17. Februar 1978, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 26. November 2011).
  6. Gottfried Keller: Der grüne Heinrich. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel 15 (URL).
  7. Martina Scheffler: Konsumtempel bringt ganze Stadt in Rage. In: Spiegel Online. 20. September 2009, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 26. November 2011).
  8. Daniel Rackowski: Brüssel ist an allem Schuld. In: Welt Online. 23. Juni 2009, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 26. November 2011).
  9. Marc Pitzke: New Yorks trotzige Seelen. In: Spiegel Online. 2. September 2006, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 26. November 2011).