Löffel

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[Bearbeiten] Löffel (Deutsch)

[Bearbeiten] Substantiv, m

[1] Löffel
Kasus Singular Plural
Nominativ der Löffel die Löffel
Genitiv des Löffels der Löffel
Dativ dem Löffel den Löffeln
Akkusativ den Löffel die Löffel

Silbentrennung:

Löf·fel, Plural: Löf·fel, Plural 2: regional: Löf·feln

Aussprache:

IPA: [ˈlœfl̩], Plural: [ˈlœfl̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Löffel (österreichisch) (Info), Plural: Lautsprecherbild Löffel (österreichisch) (Info)

Bedeutungen:

[1] Besteck zum Schöpfen und Rühren von Flüssigkeiten, insbesondere von Breien, Getränken, Mus, Suppen und Soßen
[2] nur Plural: Ohren, besonders bei Hasen und Kaninchen
[3] übertragen, nur Plural: Ohren (beim Menschen)
[4] technisches Gerät zum Schöpfen, Greifen, Abmessen und Rühren von Flüssigkeiten und losen Gütern (Brei, Teig, Mörtel, Erde)
[5] Küchenmaß, Mengenangabe
[6] eine Variante oder Typ des Golfschlägers
[7] veraltet: Narr, Dummkopf

Herkunft:

[1] mittelhochdeutsch „leffel“, althochdeutsch „leffil“, Instrumentalbildung zum untergegangenen althochdeutschen Verb: „laffan“, mittelhochdeutsch „laffen“. Zugrunde liegt indogermanisch „*lab(h)“, „*lap(h)“ - schlürfend, schnalzend, schmatzend lecken. Das Wort ist seit dem 9. Jahrhundert belegt.[1]
[2] mittelhochdeutsch „leffel“, wohl eine Bildung zu „laff“ „schlaff“, zum Verb „erlaffen“ „erschlaffen“. Das Wort ist seit dem 13. Jahrhundert belegt.[2]

Synonyme:

[2] Hasenohr, Kaninchenohr
[4] Eimer, Kelle, Rührlöffel, Schmelzlöffel, Schöpfkelle, Schöpflöffel

Gegenwörter:

[1] Gabel, Messer

Oberbegriffe:

[1] Besteck, Küchengerät, Werkzeug, Technik
[2] Hasenohr, Kaninchenohr, Tierohr, Ohr, Organ
[4] Werkzeug, Golfschläger, Sportgerät
[5] Küchenmaß

Unterbegriffe:

[1] Aluminiumlöffel, Dessertlöffel, Edelstahllöffel, Eierlöffel, Eislöffel, Esslöffel, Froschlöffel, Gemüselöffel, Holzlöffel, Jogurtlöffel, Kaffeelöffel, Kartoffellöffel, Kinderlöffel, Kochlöffel, Moccalöffel, Mokkalöffel, Plastelöffel, Plastiklöffel, Porzellanlöffel, Rührlöffel, Salatlöffel, Saucenlöffel, Schaumlöffel, Schmelzlöffel, Schöpflöffel, Silberlöffel, Soßenlöffel, Suppenlöffel, Teelöffel, Zinnlöffel, Zuckerlöffel
[3] Horchlöffel, Rotzlöffel
[4] Aluminiumlöffel, Baggerlöffel, Glaslöffel, Holzlöffel, Maurerlöffel, Messlöffel, Porzellanlöffel, Rührlöffel, Schmelzlöffel, Schöpflöffel, Schuhlöffel
[?] Meteoritenlöffel

Beispiele:

[1] Er hat die Suppe mit dem Löffel gegessen.
[1] „Freund Blase, es gibt süßen Brei! Wo ist mein großer Löffel?“ (nach einem russischen Märchen)
[2] Der Hase spitzt seine Löffel.
[3] In seiner Jugend bezog Paul regelmäßig welche hinter die Löffel.
[4] Das Substrat wird üblicherweise mit einem Löffel umgerührt.
[5] Sie wünscht drei Löffel Zucker in ihren Kaffee.

Redewendungen:

[1] die Weisheit mit Löffeln fressen - nur theoretisches, wenig praxisbezogenes Wissen anhäufen bzw. angehäuft haben und dies bei jeder Gelegenheit kundtun
[1] mit dem Goldlöffel im Mund geboren - vergoldete oder gar goldene Löffel waren (und sind es immer noch) ein Privileg der Wohlhabenden, besonders wenn sie Kaviar speisen.
[1] den Löffel abgeben - umgangssprachlich für sterben
[1] den goldenen Löffel klauen, silberne Löffel stehlen - etwas ganz besonders Schlimmes tun
[3] die Löffel aufsperren, die Löffel spitzen - aufmerksam zuhören
[3] ein paar hinter die Löffel bekommen - eine Ohrfeige verpasst bekommen, gezüchtigt werden
[3] sich etwas hinter die Löffel schreiben - sich etwas gut merken
[7] sich zum Löffel machen -

Sprichwörter:

[1] Wer mit dem Teufel essen will, muss einen langen Löffel haben.

Abgeleitete Begriffe:

Löffelbagger, Löffelbiscuit, Löffelbiskuit, Löffelente, Löffelkraut, Löffelreiher, Löffelreim, Löffelschnitzer, Löffelsprache, Löffelstiel, Löffeltrunk, Löffelweisheit, Löffler
[1] löffeln
[1] löffelförmig, löffelrein, löffelweise

Verkleinerungsformen:

[1] Löffelchen, Löffellein dialektal: Löffele, Löffle, Löffla, Löffeli

[Bearbeiten] Übersetzungen

Dialektausdrücke:

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 5] Wikipedia-Artikel „Löffel
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Löffel
[7] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Löffel
[1–5] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Löffel
[1] canoo.net „Löffel
[1–5] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonLöffel

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer [Leitung]: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1993, ISBN 3-423-03358-4, Stichwort „1Löffel“.
  2. Wolfgang Pfeifer [Leitung]: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1993, ISBN 3-423-03358-4, Stichwort „2Löffel“.
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