Krätze
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[Bearbeiten] Krätze (Deutsch)
[Bearbeiten] Substantiv, f
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Krätze |
|
| Genitiv | der Krätze |
|
| Dativ | der Krätze |
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| Akkusativ | die Krätze |
|
Worttrennung:
- Krät·ze, kein Plural
Aussprache:
- IPA: [1, 2, 4] [ˈkʀɛʦə]; [3] [ˈkʀɛːʦə]
- Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
- [1] Medizin: eine stark juckende Hautkrankheit, die durch sich in die Haut einbohrende Milben verursacht ist
- [2] Botanik: bei Kartoffelknollen: unregelmäßig ins Fleisch eindringende Risse; bei Gurkenfrüchten: Flecken und tief eingesunkene Dellen in der Frucht mit gummiartigen Ausscheidungen
- [3] süddeutsch: Korb
- [4] Metall: Schlacke
Herkunft:
- [1] seit dem 15. Jahrhundert belegt; von gleichbedeutend mittelhochdeutsch kretze → gmh, kratz → gmh[1] über frühneuhochdeutsch kratz, kretze, kretze. Krätze ist eine Bildung zum Verb kratzen. Der Krankheitsname ist auf das Deutsche beschränkt.[2]
- [3] mittelhochdeutsch kretze → gmh m/f, kratte → gmh, gratte → gmh m, althochdeutsch krezzo → goh m „Korb“; althochdeutsch kratto → goh; vergleiche neuhochdeutsch (oberdeutsch) Kratten, Kretten „Korb(wagen)“ und englisch cradle → en (altenglisch cradel → ang); vielleicht gibt es eine Verbindung zu altindisch ग्रथ्नाति (grathnāti) → sa – Wurzel ग्रथ् (grath-) → sa/ग्रन्थ् (granth-) → sa – „windet, knüpft“[3]
Synonyme:
Oberbegriffe:
- [1] Hautkrankheit, Krankheit
Beispiele:
- [1] „Warum juckst du dich so? Du hast wohl die Krätze!“
Redewendungen:
- [1] die Krätze kriegen (sich sehr aufregen)
Abgeleitete Begriffe:
[Bearbeiten] Übersetzungen
Dialektausdrücke:
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? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon „Krätze“
- [1, 4] Wikipedia-Artikel „Krätze (Begriffsklärung)“
- [1, 4] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Krätze“
- [1, 4] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Eintrag „Krätze“
- [1, 4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Krätze“
- [1, 3] canoo.net „Krätze“
- [2] Brockhaus-Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Zwölfter Band: KIR–LAG und zweiter Nachtrag, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1990, ISBN 3-7653-1112-X, DNB 900618493, „Krätze“ Bedeutung 2, Seite 448
- [3] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Krätze“
Quellen:
- ↑ Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Eintrag „Krätze2“
- ↑ Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Eintrag „Krätze“
- ↑ Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Eintrag „Krätze1“
[Bearbeiten] Eigenname, Toponym, n
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | (das) Krätze |
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| Genitiv | (des) Krätzes |
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| Dativ | (dem) Krätze |
|
| Akkusativ | (das) Krätze |
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Anmerkung zum Artikelgebrauch:
- Der Artikel wird gebraucht, wenn „Krätze“ in einer bestimmten Qualität, zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zeitabschnitt als Subjekt oder Objekt im Satz steht.
Worttrennung:
- Krät·ze
Aussprache:
- IPA: [ˈkʀeːtsə] (ortsüblich, sonst auch [ˈkʀɛːtsə], [ˈkʀɛtsə])
- Hörbeispiele: —, Plural: —
Bedeutungen:
Herkunft:
- [1] Die überlieferten Formen Ende 13. Jahrhundert Cretcinghesen, 1330-1616 vorwiegend Cretzing(e) o.Ä., 1360 Cretzensen, 1368 Krezezen, 1823 Craetze zeigen die früh beginnende schrittweise Abschleifung des Ortsnamen-Grundworts -inge-husen -- wobei dessen fast spurloses Verschwinden wohl auch durch das Substantiv Krätze beeinflusst wurde.[1] Das Schwanken des Endkonsonanten des Bestimmungsworts von -tc über -ts, -s(s) und -z zu -tz weist auf ein ursprüngliches -k hin, das unter dem Einfluss des i- der Folgesilbe palatalisiert wurde (sogenannter Zetazismus). Auch der Vokal des Bestimmungsworts könnte unter dem Einfluss des i- stehen, so dass dies sowohl als Krek- wie als Krak- angesetzt werden kann. Dabei soll es sich um einen Personennamen handeln, der aber nur in Ortsnamen belegt ist.[2] Die ursprüngliche Bedeutung des Ortsnamens wäre demnach „Bei den Häusern der Leute des Krak (bzw. Krek).“
Oberbegriffe:
Beispiele:
- [1] Krätze und Altmerdingsen wurden im Jahr 1928 zur Gemeinde Altmerdingsen vereinigt.
- [1] das Krätze der fünfziger Jahre
Abgeleitete Begriffe:
[Bearbeiten] Übersetzungen
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? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1] Wikipedia-Artikel „Krätze (Begriffsklärung)“
- [1] Wikipedia-Artikel „Altmerdingsen“
Quellen:
- ↑ Spätestens die 1928 erfolgte Änderung des C- 'in K- machte den Spottnamen perfekt – nur die Einheimischen stemmen sich verständlicherweise mit der Aussprache des -ä- als [eː] noch dagegen.
- ↑ Uwe Ohainski, Jürgen Udolph: Die Ortsamen des Landkreises Hannover und der Stadt Hannover, Bielefeld 1998, Seite 266/267