Katzenjammer

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Katzenjammer (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Katzenjammer
Genitiv des Katzenjammers
Dativ dem Katzenjammer
Akkusativ den Katzenjammer

Worttrennung:

Kat·zen·jam·mer, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈkaʦənˈjamɐ], [ˈkaʦn̩ˈjamɐ]
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] unangenehme körperliche Symptome nach einem Rausch
[2] übertragen: schlechte, niedergedrückte Stimmung

Herkunft:

Wortbildung: Kompositum (Zusammensetzung) des Substantivs Katze, mit dem Fugenelement -en und dem Substantiv Jammer;
der Begriff stammt aus der Studentensprache der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die übertragene Bedeutung für Gemütszustände wie etwa ‚Reue, Gewissensqual‘ taucht im 19. Jahrhundert auf [1]

Synonyme:

[1] Brummschädel, Kater, Unpässlichkeit, Unwohlsein
[1, 2] Katerstimmung
[2] Depression, Desillusion, Desillusionierung, Enttäuschung, Ernüchterung, Frustration, Missbehagen, Niedergeschlagenheit, Verbitterung, umgangssprachlich: Frust

Gegenwörter:

[1] Wohlbefinden, Bäume ausreißen können
[2] Euphorie, Freude, Hochstimmung, Siegestaumel

Oberbegriffe:

[1] Befinden
[2] Stimmung

Beispiele:

[1] Welch ein Zustand! Herr, so späte / Schleichst du heut aus deiner Kammer; / Perser nennen's Bidamag buden, / Deutsche sagen Katzenjammer.[2]
[1] Ich torkelte nach Hause. Am nächsten Tag stand ich mit einem fürchterlichen Katzenjammer auf.[3]
[2] Melancholie und zeitweiliger Katzenjammer bleiben keinem Sterblichen aus.[4]
[2] Sollte es Obama gelingen, nicht nur die Automobilindustrie, sondern auch den Gesundheitssektor zum Leben zu erwecken, würde er nicht nur als guter, sondern als großer Präsident in die Geschichte eingehen. Sollte er scheitern, würde Amerika von einem großen Katzenjammer erfasst werden.[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

der Katzenjammer danach

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Wikipedia-Artikel „Katzenjammer
[1, 2] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Katzenjammer
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Katzenjammer
[1] canoo.net „Katzenjammer
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKatzenjammer

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9, Seite 638
  2. Johann Wolfgang von Goethe: West-östlicher Divan. In: Projekt Gutenberg-DE. Schenke (URL).
  3. Karl Kraus: Glossen bis 1914. In: Projekt Gutenberg-DE. Conrad von Hötzendorf (URL).
  4. Eduard Bauernfeld: Aus Alt- und Neu-Wien. In: Projekt Gutenberg-DE. Kapitel IV: Jugendfreunde. – Schwind und Schubert (URL).
  5. Jacob Heilbrunn: Gesundheit als Killer. USA. In: Zeit Online. Nummer 32/2009, 30. Juli 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 14. Dezember 2012).