Kapitel

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Kapitel (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ das Kapitel die Kapitel
Genitiv des Kapitels der Kapitel
Dativ dem Kapitel den Kapiteln
Akkusativ das Kapitel die Kapitel

Worttrennung:

Ka·pi·tel, Plural: Ka·pi·tel

Aussprache:

IPA: [kaˈpɪtl̩], Plural: [kaˈpɪtl̩]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] größere Einteilung in einer geschriebenen oder gezeichneten Geschichte, die es dem Leser einfacher macht, verschiedene Handlungsstränge oder Themen nachzuvollziehen
[2] übertragen: ein nicht fiktiver Lebensabschnitt, der sich vom vorherigen stark unterscheidet
[3] Körperschaft der zu einer Domkirche oder Stiftskirche gehörenden Geistlichen

Abkürzungen:

Kap.

Verkleinerungsformen:

Kapitelchen

Herkunft:

althochdeutsch: kapital = Überschrift, Hauptabschnitt; mittelhochdeutsch : kapitel = „geistlige Hauptversammlung (z.B. eines Klosterordens)“; beide aus dem lateinischen Wort capitulum → la; „kleiner Kopf“, Köpfchen; die Verbindung zwischen der beiden Bedeutungen ist dass in den geistligen Hauptversammlungen wurden die Ordensregeln (in Abschnitte) und Bibelabschnitte vorgelesen; capitulum zu lateinisch: caput = Kopf. Das Wort ist seit dem 10. Jahrhundert belegt.[1] [2] Vergleiche Domkapitel und Kapital.

Synonyme:

[1] Hauptstück

Oberbegriffe:

[1] Abschnitt, Einteilung

Beispiele:

[1] Dieses Buch ist in zehn Kapitel eingeteilt.
[1] „Bitte lest auf morgen Kapitel 2 und 3.“
[1] „Wolfgang Mackenroth legte mir einige beschriebene Blätter auf den Tisch, ein neues Kapitel seiner Diplomarbeit, rabiat korrigiert, das ließ sich schon erkennen.“[3]
[2] Nach der Heirat begann ein neues Kapitel in seinem Leben.
[2] „So wurden in den letzten Vorkriegsjahren Jahrestage und Gedenkfeiern anläßlich von heroisch verklärten Kapiteln der preußisch-deutschen Geschichte geradezu zu Festen der Kriegsverherrlichung hochstilisiert.“[4]
[3] Nach der Abberufung des Bischofs war das Kapitel kurze Zeit ohne geistliche Betreuung.
[3] „Nachdem hier Geistliche nicht mehr für das Kirchenamt geweiht wurden, empfahlen Kapitulare ausgewählte Geistliche Kapiteln oder Bischöfen zur Verleihung von Pfründen.“[5]

Redewendungen:

[1] ein Kapitel für sich sein - „Doch das ist ein Kapitel für sich...“

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Kapitel aufschlagen, Kapitel lesen
[2] ein dunkles Kapitel, ein neues Kapitel

Wortbildungen:

kapiteln

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 3] Wikipedia-Artikel „Kapitel
[1, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Kapitel
[1] canoo.net „Kapitel
[1, 3] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKapitel

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Seite 390.
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 Seite 469.
  3. Siegfried Lenz: Die Deutschstunde. Roman. C. W. Niemeyer, Hameln 1989, ISBN 3-87585-884-0, Seite 401. Erstveröffentlichung 1968.
  4. Stig Förster: Im Reich des Absurden: Die Ursachen des Ersten Weltkrieges. In: Bernd Wegner (Hrsg.): Wie Kriege entstehen. Zum historischen Hintergrund von Staatenkonflikten. 2., durchgesehene Auflage. Ferdinand Schönigh, Paderborn 2003, ISBN 3506744739, Seite 237.
  5. Wolfgang Trappe: Eichsfeld, Hexen und Geschichte. Mecke, Duderstadt 1994, ISBN 3-923453-62-0, Seite 61.

Ähnliche Wörter:

Kapitell, Kapital, Kapitol