Fetzen

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Fetzen (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Fetzen die Fetzen
Genitiv des Fetzens der Fetzen
Dativ dem Fetzen den Fetzen
Akkusativ den Fetzen die Fetzen

Worttrennung:

Fet·zen, Plural: Fet·zen

Aussprache:

IPA: [ˈfɛʦn̩], Plural: [ˈfɛʦn̩]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -ɛʦn̩

Bedeutungen:

[1] unregelmäßiges, kleines Stück von etwas (zum Beispiel von einem Blatt Papier)
[2] unzusammenhängener, kleiner Ausschnitt von etwas (zum Beispiel Teile einer Unterhaltung)
[3] umgangssprachlich: minderwertiges, schäbiges Kleidungsstück
[4] umgangssprachlich, österreichisch: Putzlumpen, Scheuertuch

Herkunft:

spätmittelhochdeutsch vetze „Fetzen, Lumpen“, belegt seit dem 14. Jahrhundert; weitere Herkunft nicht eindeutig[1]

Synonyme:

[1] Schnippel, Schnipsel, Schnitzel
[2] Ausschnitt, Bruchstück, Fragment
[4] Lappen, Lumpen

Unterbegriffe:

[1] Hautfetzen, Papierfetzen, Stofffetzen/Stoff-Fetzen
[2] Erinnerungsfetzen, Gesprächsfetzen, Satzfetzen, Sprachfetzen, Wortfetzen
[4] Abwaschfetzen, Putzfetzen

Beispiele:

[1] „Auf manchen Fetzen sind noch Mathematikaufgaben, englische Vokabeln oder Mitschriften aus dem Islamunterricht zu erkennen.“[2]
[1] „Wie viele Vergleiche ich bemühen müßte, um die Fetzen zu bezeichnen im Reichtum der Formen.“[3]
[1] „Das Mieterschutzgesetz ist ein Fetzen Papier.“[4]
[2] „Der Lärm macht ihn nervös und ruft blitzartige Fetzen der Erinnerung hervor – an Bomben, die am Straßenrand explodieren und seine Kameraden in Stücke zerreißen.“[5]
[3] In diesem Fetzen nehme ich dich nicht mit in die Oper!
[3] „Wir hier unten in Bayern müssen halt aus wirtschaftlichen Gründen immer noch diese kackefarbenen Fetzen auftragen. Nicht etwa so, wie die anderen Kollegen bundesweit, die in elegantem Blau auf Verbrecherjagd gehen.“[6]
[4] Er hat Kaffee verschüttet und braucht schnell einen Fetzen, um die Sauerei wegzuwischen.

Redewendungen:

... dass die Fetzen fliegen/... bis die Fetzen fliegen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] etwas in Fetzen reißen

Wortbildungen:

Fetzenmarkt

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Fetzen
[1, 2, 4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Fetzen
[*] canoo.net „Fetzen
[1–3] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonFetzen
[1–3] The Free Dictionary „Fetzen

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Fetzen“, Seite 289.
  2. Wortschatz-Lexikon Uni Leipzig, Quelle: archiv.tagesspiegel.de vom 09.02.2005
  3. Siegfried Lenz: Die Deutschstunde. Roman. C. W. Niemeyer, Hameln 1989, ISBN 3-87585-884-0, Seite 180. Erstveröffentlichung 1968.
  4. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1965, ISBN 3-423-00295-6, Seite 105. Erstveröffentlichung 1929.
  5. Wortschatz-Lexikon Uni Leipzig, Quelle: n-tv.de vom 24.02.2005
  6. Rita Falk: Schweinskopf al dente. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011, ISBN 3-423-24892-1, S. 5