Eisbein

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18. Wort der Woche.

[Bearbeiten] Eisbein (Deutsch)

[Bearbeiten] Substantiv, n

[1] ein gepökeltes und dann gekochtes Eisbein mit Sauerkraut
[1] die Eisbeine beim Schwein
Kasus Singular Plural
Nominativ das Eisbein die Eisbeine
Genitiv des Eisbeins der Eisbeine
Dativ dem Eisbein(e) den Eisbeinen
Akkusativ das Eisbein die Eisbeine

Silbentrennung:

Eis·bein, Plural: Eis·bei·ne

Aussprache:

IPA: [ˈaɪ̯sˌbaɪ̯n], Plural: [ˈaɪ̯sˌbaɪ̯nə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Eisbein (Info), Plural: Lautsprecherbild Eisbeine (Info)

Bedeutungen:

[1] der Teil des Schweinebeins, der sich zwischen den Ellenbogen- beziehungsweise Kniegelenken und den Fußwurzelgelenken befindet und auf verschiedene Arten zubereitet werden kann
[2] Jägersprache: halbe (oder ganze) Hüfte (und Schlüsselbein) eines Tieres
[3] Prellung am Oberschenkel

Herkunft:

[1] Als Gericht aus Schweinshaxen taucht das Eisbein erst im 19. Jahrhundert auf.[1] Vorher war die Bedeutung des Wortes nicht auf den Unterschenkel beschränkt, sondern erstreckte sich (wie an der jägersprachlichen Verwendung ersichtlich ist) auf das Hüftbein und die umliegenden Knochen und in der frühneuhochdeutschen Sprache darüber hinaus auf die Hälfte des Beckens bei Tieren. Dass mit Eisbein zunächst nur Hüfte und daran anschließende Knochen bezeichnet wurden, belegen auch diverse verwandte Wörter in anderen Sprachen oder früheren Form des Deutschen wie zum Beispiel das mittelhochdeutsche, althochdeutsche und altsächsische īsbēn,[2] das englische ice-bone → en und das mittelniederländische isebeen, die allesamt für das Hüftbein stehen, oder das neudänische isben → da (Schambein). Zur weiteren Etymologie von Eisbein wird gesagt, dass es sich über das lateinische os ischium → la[3] oder das lateinische ischia → la (Hüftgelenk)[2] vom altgriechischen ἰσχίον (ischíon) → grc (Hüftpfanne, Hüftgelenk)[4] ableite.[2],[5]
Die Bedeutungsverschiebung des Wortes Eisbein von Hüftbein zu Unterschenkel dürfte durch die Verwendung von tierischen Schienbeinen als Schlittschuhe befördert worden sein.[5] Da mit Bein früher der Knochen bezeichnet wurde,[6] verstand man das Eisbein schließlich als Eisknochen[3] und bezog dies auf die gespaltenen Röhrenknochen großer Tiere, aus denen Schlittschuhe hergestellt wurden.[7]

Synonyme:

[1] Bötel, Eisknochen, Gnagi, Hachse, Hämmche, Haspel, Haxe, Hechse, Knöchla, Knöchle, Schweineknochen, Schweinsfuß, Schweinshachse, Schweinshaxe, Schweinsstelze, Stelze
[3] Eisenbahner, Pferdekuss, Schenkler

Oberbegriffe:

[1] Fleisch, Gericht, Speise

Verkleinerungsformen:

Eisbeinchen, Eisbeinlein

Beispiele:

[1] Heute gibt es Eisbein mit Püree und leckerem Senf.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Sauerkraut, Erbspüree

[Bearbeiten] Übersetzungen

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Eisbein
[1] Wikipedia-Artikel „Hachse
[2] Friedrich Thiele: Deutscher und englischer Sprachgebrauch in gegenseitiger Erhellung, veröffentlicht in „The German Quarterly“, Nr. 1/1938, S. 42
[2] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Eisbein
[3] Wikipedia-Artikel „Pferdekuss

Quellen:

  1. Christoph Gutknecht: Pustekuchen! Lauter kulinarische Wortgeschichten. C.H. Beck oHG, München 2002, ISBN 3-406-47621-X, „Eisbein“, S. 71
  2. 2,0 2,1 2,2 Kluge24Wiktionary:Literaturliste, „Eisbein“, S. 236
  3. 3,0 3,1 Friedrich Thiele: Deutscher und englischer Sprachgebrauch in gegenseitiger Erhellung, veröffentlicht in „The German Quarterly“, Nr. 1/1938, S. 42
  4. Wilhelm Gemoll: Griechisch-deutsches Schul- und Handwörterbuch. Von Wilhelm Gemoll. Durchges. und erw. von Karl Vretska. Mit einer Einf. in die Sprachgeschichte von Heinz Kronasser. 9. Auflage. Oldenbourg, München 1991, ISBN 3-486-13401-9, „ἰσχίον“, S. 394
  5. 5,0 5,1 Friedrich Thiele: Deutscher und englischer Sprachgebrauch in gegenseitiger Erhellung, veröffentlicht in „The German Quarterly“, Nr. 1/1938, S. 43
  6. Christoph Gutknecht: Pustekuchen! Lauter kulinarische Wortgeschichten. C.H. Beck oHG, München 2002, ISBN 3-406-47621-X, „Eisbein“, S. 72
  7. Duden, Etym3Wiktionary:Literaturliste, „Eisbein“, S. 175

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