Einfaltspinsel

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Einfaltspinsel (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Einfaltspinsel die Einfaltspinsel
Genitiv des Einfaltspinsels der Einfaltspinsel
Dativ dem Einfaltspinsel den Einfaltspinseln
Akkusativ den Einfaltspinsel die Einfaltspinsel
[1] ein Einfaltspinsel aus Grimms Märchen

Worttrennung:

Ein·falts·pin·sel, Plural: Ein·falts·pin·sel

Aussprache:

IPA: [ˈaɪ̯nfalʦpɪnzl̩], Plural: [ˈaɪ̯nfalʦpɪnzl̩]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich für Narr, Dummkopf, beschränkter, törichter Mensch

Herkunft:

Determinativkompositum aus dem Substantiv Einfalt, dem Fugenelement -s und dem Substantiv Pinsel in der Bedeutung Mensch (ursprünglich „niederträchtiger Mensch, Geizhals“). Der Begriff Einfaltspinsel taucht erstmals Mitte des 18. Jahrhunderts auf und fand in der Studentensprache Verbreitung.[1]

Synonyme:

[1] Dummkopf, Lulu, Naivling, Narr, Simpel, Tölpel, siehe auch: Thesaurus:Dummkopf

Gegenwörter:

[1] Genie, Intelligenzbestie

Beispiele:

[1] Du kleiner Einfaltspinsel!
[1] Ich stellte mich ihm gegenüber eine Zeitlang so an, als sei ich der schrecklichste Einfaltspinsel, der sich dabei einbilde, wunder wie schlau zu manövrieren. Ich machte ungeschickte Einschüchterungsversuche, das heißt absichtlich ungeschickte, warf ihm absichtlich Grobheiten an den Hals, fing an, ihm zu drohen – alles, damit er mich für einen Einfaltspinsel halten und infolgedessen unachtsamerweise ein Wort zu viel über die Lippen springen lassen möchte.[2]
[1] Die kleinen bunten Wesen waren mir zu fremd, sie genierten mich, und ich dachte, daß ich in ihren Augen ein Einfaltspinsel wäre.[3]
[1] Schon seit geraumer Zeit gibt es Tendenzen, in der Baukunst jene Ausdruckskraft zurückzugewinnen, die von den pseudofunktionalistischen Einfaltspinseln allzu lange vernachlässigt wurde.[4]
[1] Wenn man die Objekte sieht und mit den ihnen gewidmeten Texten vergleicht, muß man annehmen, die Schreiber wollten sich über den armen ehrlichen Einfaltspinsel lustig machen, den sie tiefsinnig interpretieren.[5]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Einfaltspinsel
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Einfaltspinsel
[1] canoo.net „Einfaltspinsel
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonEinfaltspinsel
[1] The Free Dictionary „Einfaltspinsel
[1] Duden online „Einfaltspinsel

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9, Seite 269, Eintrag „Einfaltspinsel“, Seite 1012, Eintrag „2Pinsel“.
  2. Fjodr Michailowitsch Dostojewski: Erniedrigte und Beleidigte. In: Projekt Gutenberg-DE. Epilog: Letzte Erinnerungen (URL).
  3. Wilhelm von Kügelgen: Jugenderinnerungen eines alten Mannes. In: Projekt Gutenberg-DE. 2. Zelebritäten (URL).
  4. Vittorio Magnago Lampugnani: Monumental oder nicht? In: Zeit Online. Nummer 05/1978, 27. Januar 1978, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 21. Dezember 2012).
  5. Gottfried Sello: Wichtige Ausstellungen: Kunstkalender Neu in Museen und Galenen. In: Zeit Online. Nummer 09/1974, 22. Februar 1974, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 21. Dezember 2012).