Dieb

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Bedeutungen: Die Zusammenfassung der Bedeutungen insbesondere unter [1] und [2] scheint jeder Logik zu entbehren; die Bedeutungen [1a] und [1b] sind völlig indiskutabel, falls jemand gemeint ist, der einen 242er begeht: Bei [1a] ist das heimlich überflüssig, denn der Tatbestand erfordert keine Verheimlichung (leider wird das so sogar im Duden und bei DWDS definiert) und der Bezug auf den Besitz ist komplett daneben (und das steht auch nicht im Duden oder bei DWDS), denn geschütztes Rechtsgut ist bei 242 allein das Eigentum. [1a] kann demnach, wenn überhaupt, nur eine umgangssprachliche Bedeutung sein.
Zu [1b]: Das Verb berauben ist im Zusammenhang mit Diebstahl völlig deplatziert. Wer jemanden beraubt, begeht keinen Diebstahl. Und wer mit List vorgeht, begeht im Zweifel einen Betrug. Durch Betrug, der da auch noch erwähnt wird, wiederum kann man keinen Diebstahl begehen, da beide Delikte sich nach der Exklusivitätsthese ausschließen. Bei Korruption werden auch andere Delikte als der Diebstahl verwirklicht. Das passt also vorne und hinten nicht zusammen. Mit [1b] kann somit auch nicht der Täter eines Diebstahls gemeint sein. Ihn habe ich deswegen mal als [5] unten angefügt.

Herkunft: Sie entbehrt bislang jeden Nachweises.
Referenzen: Sind bislang nicht zugeordnet.
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Dieb (Deutsch) [Bearbeiten]

Substantiv, m [Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ der Dieb die Diebe
Genitiv des Diebes
des Diebs
der Diebe
Dativ dem Dieb
dem Diebe
den Dieben
Akkusativ den Dieb die Diebe

Worttrennung:

Dieb, Plural: Die·be

Aussprache:

IPA: [diːp], Plural: [ˈdiːbə]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -iːp

Bedeutungen:

[1]
[a] jemand, der widerrechtlich und heimlich den Besitz eines anderen entwendet, stiehlt
[b] jemand, der fremdes Eigentum – ohne es ihm heimlich wegzunehmen – durch List, Betrug, Korruption, Unredlichkeit oder auch durch offene Gewalt beraubt
[c] bildlich, veraltet scherzhaft: Schelm
[d] zärtliches Kosewort: Kind
[2]
[a] veraltet, bildlich: Mark einer Schreibfeder
[b] schweizerisch, Önologie: Dekanter
[3] veraltet: Nebendocht einer Kerze
[4] Zoologie
[a] elliptisch für: Kräuterdieb (Ptinus fur)
[b] landschaftlich für: Buckelkäfer (Gibbium psylloides)
[c] veraltet, elliptisch für Molkendieb, Milchdieb: weißer Schmetterling (Lepidoptera)
[5] in Deutschland: männliche Person, die einen Diebstahl begeht, also einem anderen eine fremde bewegliche Sache wegnimmt, um sie sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen

Herkunft:

[1] gemeingermanischen Ursprungs; entstammt dem Gotischen þiubs, deadjektiv zu þiubjō „heimlich“, seinerseits zu *þiuban, þaub, þubun „verbergen“; bezeugt im Althochdeutschen diup, diop, im Mittelhochdeutschen diep; etymologisch verwandt mit angelsächsisch þeof, þeaf, altsächsisch theof, thiof, altfriesisch thiaf, tief, englisch thief, niederländisch dief, altnordisch þiōfr, altschwedisch tiuf, dänisch tyv
[1b] schon im Althochdeutschen in den Formen meridiup „Pirat“ (wörtlich „Meeresdieb“) und scefdiup „Pirat“ (wörtlich „Schiffdieb“) belegt
[1c, 1d] schon im Mittelhochdeutschen in der Form minnendiep „der heimliche Geliebte“ belegt, so wie im Frühneuhochdeutschen herzensdieb „der überall Zuneigung zu erwecken weiß“
[2] Metapher, die darauf verweist, dass das Mark die Tinte wie ein Dieb an sich zieht

Synonyme:

[2a] modern: Mine, Patrone
[3] veraltet: Räuber, Wolf

Weibliche Wortformen:

[1] Diebin

Oberbegriffe:

[1] Verbrecher
[3b] Weinkunde
[4] Insekt
[5] Straftäter

Unterbegriffe:

[1] Hühnerdieb, Ladendieb, Taschendieb, Pferdedieb, Trickdieb, Strauchdieb
[3b] Kellerwirtschaft
[4a] Diebskäfer (Ptininae)
[4b] Nagekäfer (Anobiidae)

Verkleinerungsformen:

Diebchen, Diebelein, Dieblein

Beispiele:

[1a] Die Diebe stiegen über den Gartenzaun und durch das offene Fenster
[1b] Diebe waren am Werk und haben alles mitgenommen und weggeschleppt
[1d] „Manchmal erbettelt sich der kleine Dieb selbst die Erlaubniß von ihm, mein Schlafkamerade zu sein“Goethe, Die Geschwister

Redewendungen:

[1a, 1b] wie ein Dieb kommen oder wie ein Dieb in der Nacht kommen: unverhofft kommen, sich unverhofft ereignen
[1a, 1b] Gelegenheit macht Diebe
[1a, 1b] kleine Diebe hängt man, die großen lässt man laufen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1a, 1b] ein gemeiner Dieb, ein schlauer Dieb, ein gerissener Dieb, sicher gegen Diebe, sich vor Dieben bewahren, sich vor Dieben schützen, jemanden einen Dieb nennen, jemanden einen Dieb schelten, jemanden als Dieb verdächtigen, sich wie Diebe davonstehlen; Haltet den Dieb!

Wortbildungen:

[1a, 1b] Diebe (f), dieben, Dieberei, Diebesart, Diebesauge, Diebesbande, Diebesbeute, Diebesgeschäft, Diebesgeschrei, Diebesgesicht, Diebesglock, Diebesglück, Diebesgriff, Diebesgruss, Diebesgut, Diebeshader, Diebeshaken, Diebeshand, Diebeshandwerk, Diebeshöhle, Diebeskniff, Diebesknoten, Diebeskunst, Diebesladung, Diebesmittel, Diebesnest, Diebespack, Diebesschlüssel, diebessicher, Diebfänger, Diebfängnis, Diebgesinde, Diebgesindel, diebhaft, Diebhaus, Diebhehler, Diebhehlerei, Diebheit, diebig, Diebio, diebisch, diebischerweise, dieblich, Diebolt, Diebpressgang, Diebraub, diebraumisch, diebsicher, Diebstahl, Diebwerkzeug, diebwillig
dazu Teil mehrerer Komposita
Brotdieb, Ehrendieb, Erzdieb, Felddieb, Glagendieb, Gelddieb, Grunddieb, Hausdieb, Heckendieb, Herzensdieb, Hühnerdieb, Kirchendieb, Kuhdieb, Landdieb, Menschendieb, Nachtdieb, Rossdieb, Säckeldieb, Seelendieb, Strauchdieb, Tagedieb, Taschendieb, Viehdieb, Weindieb, Wilddieb
[1c] Diebesgeschichte

Übersetzungen [Bearbeiten]

Dialektausdrücke:

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Dieb
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Dieb
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Dieb
[1] canoo.net „Dieb
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonDieb
[5] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Dieb(Das dort erwähnte Element „heimlich“ ist nach dem Tatbestand des § 242 StGB nicht erforderlich.)
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