Dieb

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[Bearbeiten] Dieb (Deutsch)

[Bearbeiten] Substantiv, m

Kasus Singular Plural
Nominativ der Dieb die Diebe
Genitiv des Diebes
des Diebs
der Diebe
Dativ dem Dieb
dem Diebe
den Dieben
Akkusativ den Dieb die Diebe

Silbentrennung:

Dieb, Plural: Die·be

Aussprache:

IPA: [ˈdiːp], Plural: [ˈdiːbə]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1]
[a] jemand, der widerrechtlich und heimlich den Besitz eines anderen entwendet, stiehlt
[b] jemand, der fremdes Eigentum - ohne es ihm heimlich wegzunehmen - durch List, Betrug, Korruption, Unredlichkeit oder auch durch offene Gewalt beraubt
[c] bildlich, veraltet scherzhaft Schelm
[d] zärtliches Kosewort Kind
[2]
[a] veraltet, bildlich Mark einer Schreibfeder
[b] schweizerisch, Önologie Dekanter
[3] veraltet Nebendocht einer Kerze
[4] Zoologie
[a] elliptisch für Kräuterdieb (Ptinus fur)
[b] landschaftlich für Buckelkäfer (Gibbium psylloides)
[c] veraltet, elliptisch für Molkendieb, Milchdieb weißer Schmetterling (Lepidoptera)

Verkleinerungsformen:

Diebchen, Diebelein, Dieblein

Weibliche Wortformen:

Diebin

Herkunft:

[1] gemeingermanischen Ursprungs; entstammt dem Gotischen þiubs, deadjektiv zu þiubjō „heimlich“, seinerseits zu *þiuban, þaub, þubun „verbergen“; bezeugt imAlthochdeutschen diup, diop, im Mittelhochdeutschen diep; etymologisch verwandt mit angelsächsisch þeof, þeaf, altsächsisch theof, thiof, altfriesisch thiaf, tief, englisch thief, niederländisch dief, altnordisch þiōfr, altschwedisch tiuf, dänisch tyv
[1b] schon im Althochdeutschen in den Formen meridiup „Pirat“ (wörtlich „Meeresdieb“) und scefdiup „Pirat“ (wörtlich „Schiffdieb“) belegt
[1c, 1d] schon im Mittelhochdeutschen in der Form minnendiep „der heimliche Geliebte“ belegt, so wie im Frühneuhochdeutschen herzensdieb „der überall Zuneigung zu erwecken weiß“
[2] Metapher, die darauf verweißt, dass das Mark die Tinte wie ein Dieb an sich zieht

Synonyme:

[2a] (modern) Mine, Patrone
[3] (verlatet) Räuber, Wolf

Gegenwörter:

Oberbegriffe:

[1] Verbrecher
[3b] Weinkunde
[4] Insekt

Unterbegriffe:

[1] Hühnerdieb, Ladendieb, Taschendieb, Pferdedieb, Trickdieb, Strauchdieb
[3b] Kellerwirtschaft
[4a] Diebskäfer (Ptininae)
[4b] Nagekäfer (Anobiidae)

Beispiele:

[1a] Die Diebe stiegen über den Gartenzaun und durch das offene Fenster
[1b] Diebe waren am Werk und haben alles mitgenommen und weggeschleppt
[1d] „Manchmal erbettelt sich der kleine Dieb selbst die Erlaubniß von ihm, mein Schlafkamerade zu sein“Goethe, Die Geschwister

Redewendungen:

[1a, 1b] wie ein Dieb kommen oder wie ein Dieb in der Nacht kommen: unverhofft kommen, sich unverhofft ereignen
[1a, 1b] Gelegenheit macht Diebe
[1a, 1b] kleine Diebe hängt man, die großen lässt man laufen
[1a, 1b] Haltet den Dieb!: Ruf bei der Verfolgung eines Diebes

Charakteristische Wortkombinationen:

[1a, 1b] ein gemeiner ~ , ein schlauer ~ , ein gerissener ~ , einbrechen, hineinschleichen, mitnehmen, wegschleppen, auf frischer Tat überraschen, auf frischer Tat ertappen, anhalten, festhalten, festnehmen, ergreifen, greifen, einfangen, fangen, verfolgen, vertreiben, sicher gegen ~e, sich vor ~en bewahren, sich vor ~en schützen, jemanden einen ~ nennen, jmdn. einen ~ schelten, jemanden als ~ verdächtigen, sich wie ~e davonstehlen

Abgeleitete Begriffe:

[1a, 1b] Diebe (f), dieben, Dieberei, Diebesart, Diebesauge, Diebesbande, Diebesbeute, Diebesgeschäft, Diebesgeschrei, Diebesgesicht, Diebesglock, Diebesglück, Diebesgriff, Diebesgruss, Diebesgut, Diebeshader, Diebeshaken, Diebeshand, Diebeshandwerk, Diebeshöhle, Diebeskniff, Diebesknoten, Diebeskunst, Diebesladung, Diebesmittel, Diebesnest, Diebespack, Diebesschlüssel, diebessicher, Diebfänger, Diebfängnis, Diebgesinde, Diebgesindel, diebhaft, Diebhaus, Diebhehler, Diebhehlerei, Diebheit, diebig, Diebio, diebisch, diebischerweise, dieblich, Diebolt, Diebpressgang, Diebraub, diebraumisch, diebsicher, Diebstahl, Diebwerkzeug, diebwillig
dazu Teil mehrerer Komposita
Brotdieb, Ehrendieb, Erzdieb, Felddieb, Glagendieb, Gelddieb, Grunddieb, Hausdieb, Heckendieb, Herzensdieb, Hühnerdieb, Kirchendieb, Kuhdieb, Landdieb, Menschendieb, Nachtdieb, Rossdieb, Säckeldieb, Seelendieb, Strauchdieb, Tagedieb, Taschendieb, Viehdieb, Weindieb, Wilddieb
[1c] Diebesgeschichte

[Bearbeiten] Übersetzungen

Dialektausdrücke:

  • Westniederdeutsch (Niedersächsisch & Niederrheinisch):
  • Westmitteldeutsch:
  • Westoberdeutsch (Schwäbisch-Alemannisch):
  • Ostniederdeutsch:
    • Westpreußisch:
      • Woliniendeitsch/Galizisch (Wolhynien, Westukraine): [1a, 1b] Raiber
  • Ostmitteldeutsch:
  • Ostoberdeutsch (Bairisch-Österreichisch & Ostfränkisch):


? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Dieb
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Dieb
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Dieb
[1] canoo.net „Dieb
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonDieb
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