Benutzer:IvanP/Wortrekorde

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Ich habe einige Wortrekorde untersucht und stelle hier die Ergebnisse vor.

[Bearbeiten] Wort mit den meisten Bedeutungen

Laut dem Guinnessbuch der Rekorde haben Schüler des Finsterwalder Gymnasiums (FWG) in Rosenheim herausgefunden, dass das Wort „Läufer“ die meisten Bedeutungen hat, nämlich 24. Zählt man die Bedeutungen im Grimm, so trifft dies auch für das Wort „Sinn“ zu. Der Grimm verzeichnet jedoch allein 24 Bedeutungen für das transitive „machen“, hinzu kommen 6 Bedeutungen für das reflexive und 9 Bedeutungen für „machen“ mit Fortlassung eines Objekts, insgesamt also 39 Bedeutungen.

Welches Wort denn nun tatsächlich die meisten Bedeutungen hat, hängt davon ab, wie man Bedeutungen zählt. So hat das Wort „machen“ im Duden 20 Bedeutungen, jedoch werden einige davon in Teilbedeutungen unterteilt:

1. a. herstellen, fertigen, anfertigen, produzieren
1. b. verursachen, bewirken, hervorrufen u. a.
1. c. ausführen, durchführen; erledigen u. a.
2. a. in einen bestimmten [veränderten] Zustand bringen, versetzen
2. b. in eine bestimmte Stellung, einen bestimmten Status o. Ä. bringen, erheben; zu etwas werden lassen
14. a. (umgangssprachlich) (in Bezug auf einen zu entrichtenden Geldbetrag) ausmachen, betragen
14. b. (umgangssprachlich) (in Bezug auf das Ergebnis einer Addition, Subtraktion oder Multiplikation) ergeben

Das liegt daran, dass die Bedeutungen sehr ähnlich sind und als zusammengehörig empfunden werden. Sowohl in der Bedeutung 14. a. als auch in der Bedeutung 14. b. wird „machen“ bei Zahlen verwendet, nur dass das Wort in der Bedeutung 14. a. bei Geldbeträgen verwendet wird und in der Bedeutung 14. b. in der Mathematik.

Zählt man die Teilbedeutungen, so hat das Wort anstatt 20 Bedeutungen schon 24, wie das Wort „Läufer“. Ohne genaue Vorschriften ist diese Rekordkategorie also unsinnig.

Die Bedeutungen des Wortes „Läufer“ im Grimm:

1) Allgemein einen, der läuft, Fähigkeit und Kraft zum Laufen hat.
2) Berufsmäßig Laufender.
a) Der eine Botschaft von einem Orte zum andern trägt, Fußbote?.
b) Weibel?, Gerichtsbote?.
c) Läufer, Laufer?, franz. coureur de voiture?, Diener in besonderer Kleidung, welcher der Kutsche vorauf läuft, und Botendienste verrichtet.
d) Läufer, im Bergbau ein Förderarbeiter.
3) Läufer, auf besondere Art des Kunstlaufens bezogen.
a) Läufer auf der Eisbahn, Schlittschuhläufer?.
b) Wettläufer?.
4) Läufer, das junge Schwein von der Zeit seiner Entwöhnung bis zur ersten Begattung.
5) Läufer, Vorläufer?, beim Vogelfang ein Vogel, der auf dem Vogelherd angefesselt hin und her läuft, zur Lockung für andere Vögel.
6) Läufer, Tiername:
a) Des Weidenzeisigs?, Seidenvögelchens?, Motacilla trochilus?.
b) Einer Krebsart, Cancer cursor?, Laufer, holländisch looper?.
c) Einer Käferart, Cerambyx cursor?, und einer ganzen Gattung, Carabus?, Laufkäfer?.
d) Einer Spinnenart, Aranea phalangea?.
e) Eines Schmetterlings, Noctua pronuba?, Hausmutter?
f) Eines Fisches; schwarze verkümmerte Abart des Gobius fluviatilis? in Bug und Dniestr.
7) Läufer, eine Art des Wilden oder Weidenhopfens, der seinen Samen und das dabei befindliche Mehl in der Sommerhitze zeitig herauslaufen lässt.
8) Läufer, die Ranken der Erdbeeren, die an der Erde hinlaufen.
9) Läufer, Wurzelschoss?.
10) Läufer in der Musik.
11) Läufer im Schachspiele, franz. fou?, ein Stein, der zunächst an den König und die Königin gestellt wird, überzwerch der Felder läuft und immer auf einer Farbe bleibt.
12) Läufer, ein nach der Länge eines Zimmers, einer Flur oder einer Treppe gelegter Teppich, um darauf zu laufen.
13) Läufer, Schnellkügelchen, ein Kinderspielzeug, niederd. löper?.
14) Läufer, bei den Buchhändlern ein Buch was „geht“, schnellen Absatz findet.
15) Läufer, für den Schlittschuh.
16) Läufer, schweizerisch ein Fenster, das in einer Nut auf- und zugeschoben werden kann.
17) Läufer, in der Sprache der Gewerke.
a) Beim Müller der obere Mühlstein.
b) Läufer, Dreher, ein starkes in die Höhe stehendes Stück Holz, das an den Toren der Meierhöfe auf der Seite, wo die Haspen sind, seinen Platz bekommt, und welches unten in einem Zapfen, oben in einer Angel geht.
c) Laufer, im Bergwerk, die schmalen zum Gange kommenden und wieder absetzenden Trümmer.
d) Läufer, die hölzerne Spindel im Ranspiel, einem besonderen Bohrer der Schlosser.
e) Läufer, beim Maler ein kleiner unten flacher und glatter Stein, in Gestalt eines Kegels, zum Abreiben der Farben auf dem Reibsteine.
f) Läufer, beim Seiler ein kleines Rad, woran derselbe die einzelnen Faden eines Strickes allein spinnet.
g) Läufer, das eine Blatt der großen Schere, das vom Tuchbereiter auf dem Tuche gegen den Lieger bewegt wird und das Haar abschneidet.
h) Läufer, beim Böttcher der bewegliche und verschiebbare Haken des Bandhakens.
i) Läufer, in der Markscheidung: diejenigen Steine, welche man zu Anfang des Ackers, Waldes usw. oder auch zu Ende derselben, oder in einer Ecke, oder an dem Ort der Markung setzet, werden Hauptsteine, Eck- und Ortsteine und die dazwischen Stehenden Läufer genennet.
k) Läufer, holländisch looper, ein Tau, welches über eine oder mehrere Rollen fährt und sie zu der Maschine verbindet, welche man in der Mechanik Seil und Kloben nennt.
l) In der Seefahrt werden die beweglichen Stücke auf dem Jakobsstabe Läufer genannt.
m) Die Maurer nennen diejenigen Mauersteine, welche nach der Länge der Mauer gehen, Läufer, zum Unterschiede von den Bindern, welche sich nach der Dicke erstrecken.
n) Läufer, bei den Tuchmachern eine abgelaufene Spule, auf welcher nicht wolle genug gewunden gewesen.
o) Läufer, auf den Schiffen eine gewöhnliche Sanduhr, auch Sandläufer.

[Bearbeiten] Längste chemische Bezeichnung

Wenn man dem Guinnessbuch Glauben schenken darf, dann hat die systematische Bezeichnung für die Desoxyribonukleinsäure der menschlichen Mitochondrien, die laut Nature 16 569 Nukleotide enthält, mit 207 000 Buchstaben die meisten bei einer chemischen Bezeichnung.

Hausmaus (Mus musculus) im nördlichen Baden-Württemberg (Deutschland).

Lässt sich dies überbieten? Das größte bekannte natürliche Peptid ist das Titin der Hausmaus (Mus musculus), bestehend aus 35 213 Aminosäuren (das menschliche Titin besteht aus 34 350).

Dieser Gigant lässt sich nach den Acylgruppen seiner Aminosäuren benennen, indem das Suffix „-in“ (oder „-an“ in „Tryptophan“) jeder Aminosäure durch „-yl“ ersetzt wird. Ausnahmen: „asparaginyl-“ für „Asparagin“, da eine Verwechslung mit der Asparaginsäure besteht, die zu „aspartyl-“ wird, „glutaminyl-“ für „Glutamin“, da Verwechslung mit der Glutaminsäure („glutamyl-“) besteht, und „zysteinyl-“ für „Zystein“.

Dazu ein Beispiel: Das Peptid mit der Sequenz Alanin-Glycin (AG) heißt „Alanylglycin“. Hier ist Alanin N-terminal und Glycin C-terminal. Dagegen ist es bei dem Peptid mit der Sequenz Glycin-Alanin (GA), Glycylalanin, genau umgekehrt.

Aminosäure Einbuchstabencode Acylgruppe Anzahl der Buchstaben
Alanin A alanyl- 6
Arginin R arginyl- 7
Asparagin N asparaginyl- 11
Asparaginsäure D aspartyl- 8
Cystein C cysteinyl- 9
Glutamin Q glutaminyl- 10
Glutaminsäure E glutamyl- 8
Glycin G glycyl- 6
Histidin H histidyl- 8
Isoleucin I isoleucyl- 9
Leucin L leucyl- 6
Lysin K lysyl- 5
Methionin M methionyl- 9
Phenylalanin F phenylalanyl- 12
Prolin P prolyl- 6
Serin S seryl- 5
Threonin T threonyl- 8
Tryptophan W tryptophyl- 10
Tyrosin Y tyrosyl- 7
Valin V valyl- 5

Aus den Angaben von ProtParam und der Tabelle geht die Anzahl der Buchstaben der systematischen Bezeichnung hervor: 2 239 · 6 + 1 666 · 7 + 1 105 · 11 + 1 732 · 8 + 514 · 9 + 971 · 10 + 3 358 · 8 + 2 081 · 6 + 466 · 8 + 2 033 · 9 + 2 130 · 6 + 3 038 · 5 + 423 · 9 + 901 · 12 + 2 709 · 6 + 2 489 · 5 + 2 621 · 8 + 469 · 10 + 1 003 · 7 + 3 265 · 5 = 247 110. Im Englischen ist es ein Buchstabe mehr.

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